12-Stunden-Regel für Spritpreise: Wer profitiert wirklich von der neuen Verordnung?
Emma Werner12-Stunden-Regel für Spritpreise: Wer profitiert wirklich von der neuen Verordnung?
Eine neue Studie zeigt, dass die in Deutschland eingeführte 12-Stunden-Regel für die Anpassung der Spritpreise die Gewinne der Mineralölbranche gesteigert hat. Die am 1. April in Kraft getretene Verordnung sollte eigentlich für stabilere Preise sorgen, könnte jedoch unbeabsichtigte Folgen haben. Für ihre Analyse werteten die Forscher Daten des Markttransparenzstellen für Kraftstoffe aus.
Die Regelung schreibt Tankstellen vor, nach einer Preissenkung zwölf Stunden zu warten, bevor sie die Preise wieder erhöhen dürfen. Kritiker hatten bereits im Vorfeld gewarnt, dass dies zu vorsorglichen Preiserhöhungen führen könnte – und erste Erkenntnisse deuten genau darauf hin. In den ersten beiden Wochen nach Einführung der Regel stiegen die Gewinnspannen bei Superbenzin im Schnitt um sechs Cent pro Liter.
Als Grundlage für die Berechnung dieser Spannen dienten die Großhandelspreise des Handelsplatzes Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA). Besonders ausgeprägt waren die Steigerungen bei kleineren Ketten und unabhängigen Betreibern, während große Marken weniger betroffen waren. In Süddeutschland zeigten sich die deutlichsten Effekte mit höheren Gewinnmargen im Vergleich zu anderen Regionen.
Wissenschaftler des ZEW Mannheim und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) führten die Untersuchung durch. Während die Gewinnspannen bei Benzin stiegen, blieben die Margen bei Diesel im gleichen Zeitraum weitgehend unverändert.
Die Studie unterstreicht, dass die 12-Stunden-Regel bisher vor allem der Mineralölbranche zugutekam. Vor allem kleinere Tankstellenbetreiber passten ihre Preise so an, dass sich ihre Einnahmen erhöhten. Die Ergebnisse werfen die Frage auf, ob die Maßnahme ihr eigentliches Ziel – fairere Preise für Verbraucher – tatsächlich erreichen wird.






