07 June 2026, 08:16

50.000 feiern und kämpfen beim Lissaboner CSD gegen politische Rückschritte

"Kein Schweigen, keine Angst": Etwa 50.000 Menschen marschieren in Lissabon für LGBTI-Rechte

50.000 feiern und kämpfen beim Lissaboner CSD gegen politische Rückschritte

Lissabons 27. CSD-Demo startete mit Zehntausenden für Gleichberechtigung und Widerstand

Am Samstagnachmittag um 17 Uhr begann in Lissabon der 27. Christopher Street Day (CSD) auf dem Marquês-de-Pombal-Platz unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“. Tausende versammelten sich, um gegen das zu protestieren, was die Veranstalter als wachsende Bedrohung für hart erkämpfte Rechte bezeichnen. Im Fokus standen aktuelle politische Vorhaben, die nach Ansicht von Aktivist:innen die Gleichstellung von LSBTIQ -Personen und -Familien gefährden.

Rund 50.000 Menschen füllten die Straßen, schwenkten Regenbogenfahnen und trugen Transparente mit Botschaften wie „Ideologie kippt Gesetze von 2018“ oder „Die Liebe meiner Mütter verdient gefeiert, nicht erklärt zu werden“. An der Demonstration beteiligten sich 17 LSBTIQ+-, feministische und antirassistische Gruppen – ein Zeichen für die breite Sorge über das aktuelle politische Klima.

Helder Bértolo, einer der Organisatoren, wies auf Versuche im Parlament hin, das Gesetz 38/2018 rückgängig zu machen, das das Recht auf selbstbestimmte Geschlechtsidentität schützt. Viele Teilnehmer:innen empfänden ihre Rechte als direkt angegriffen, was die hohe Beteiligung erkläre, so Bértolo. Paulo Muacho, Abgeordneter der Partei Livre, warnte, eine radikalisierte Rechte ziele zunehmend auf LSBTIQ+-Rechte ab – daher sei öffentliche Unterstützung beim CSD wichtiger denn je.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Joana Mortágua vom Linksblock äußerte ihre Enttäuschung, dass der Marsch in einer Zeit stattfinde, in der Fortschritte zurückgedreht würden. Sie kritisierte eine konservative Agenda, die in den letzten Monaten an Einfluss gewinne. Unter Gesängen und mit Plakaten, die zum Widerstand gegen eine Politik aufriefen, die jahrelange Errungenschaften bedrohe, zog der Demonstrationszug die Avenue entlang.

Die CSD-Veranstaltungen 2024 und 2025 verzeichneten jeweils etwa 50.000 Teilnehmende; die Organisatoren erwarten für das nächste Jahr noch größere Menschenmengen. Die Demo unterstrich die Angst, dass aktuelle legislative Angriffe Schutzmechanismen für LSBTIQ+-Communities aushöhlen könnten. Aktivist:innen gelobten, weiter für Gleichberechtigung zu kämpfen – in einem Umfeld, das sie zunehmend feindselig nennen.

Quelle