91 Prozent der Deutschen stoßen auf Falschmeldungen – doch viele leiten sie trotzdem weiter
Niklas Neumann91 Prozent der Deutschen stoßen auf Falschmeldungen – doch viele leiten sie trotzdem weiter
Eine neue Umfrage offenbart weit verbreitete Sorgen unter Deutschen angesichts der Verbreitung von Falschmeldungen und Deepfakes. Die Mehrheit ist der Meinung, dass gezielte Desinformation rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen sollte – 91 Prozent geben an, bereits mit irreführenden Inhalten im Internet konfrontiert worden zu sein. Dennoch tun sich viele schwer damit, die Glaubwürdigkeit dessen zu überprüfen, was sie sehen oder weiterleiten.
Die Ergebnisse zeigen, dass 84 Prozent der Deutschen Strafen für diejenigen befürworten, die vorsätzlich Desinformation verbreiten. Ein noch größerer Anteil – 87 Prozent – hält es für notwendig, die gezielte Verbreitung von Falschmeldungen unter Strafe zu stellen. Trotz dieser Haltung räumen jedoch 51 Prozent ein, Inhalte weiterzugeben, ohne deren Richtigkeit zuvor überprüft zu haben.
Mehr als die Hälfte der Befragten hat Schwierigkeiten, die Zuverlässigkeit von Nachrichten einzuschätzen. Gleichzeitig stoßen 41 Prozent häufig auf Inhalte, deren Wahrheitsgehalt sich nicht überprüfen lässt. Deepfakes entwickeln sich zunehmend zum Problem: 20 Prozent sind sich sicher, bereits KI-generierte Videos gesehen zu haben, weitere 41 Prozent vermuten dies. Videos bleiben das gängigste Format für solche Fälschungen.
Das Bewusstsein für die Risiken ist in der Bevölkerung hoch – 89 Prozent halten Deepfakes für gefährlich. Allerdings fühlen sich nur 34 Prozent sicher darin, sie als solche zu erkennen. Die Umfrage zeigt zudem, dass sich die Aufmerksamkeit besonders auf ausländische Politik richtet: 74 Prozent berichten, mit Falschmeldungen über US-Wahlen und Ereignisse in den USA konfrontiert worden zu sein.
Die Ergebnisse deuten auf eine klare Nachfrage nach strengeren Maßnahmen gegen Desinformation hin. Zwar erkennen die meisten Deutschen die Bedrohung durch Falschmeldungen und Deepfakes, doch vielen fehlt das Vertrauen, diese zuverlässig zu identifizieren. Die Daten unterstreichen den Bedarf an besseren Werkzeugen und Aufklärung, um der Öffentlichkeit den Umgang mit Online-Inhalten zu erleichtern und sie sicherer durchs Netz zu navigieren.






