AfD holt Rekordwert in Kaiserslautern – SPD verliert einstige Hochburg
Jonas KrausAfD holt Rekordwert in Kaiserslautern – SPD verliert einstige Hochburg
Die rechtspopulistische AfD hat in Kaiserslautern deutliche Zugewinne erzielt und bei der Sonntagswahl den höchsten Anteil der Zweitstimmen geholt. Mit 26 Prozent setzte sich die Partei in dem Wahlkreis gegen alle Konkurrenten durch – ein Plus von 15 Prozentpunkten seit 2021. Damit bestätigt sich ein Trend: Schon bei der Bundestagswahl vor drei Jahren hatte die AfD in der Stadt die meisten Stimmen erhalten.
Kaiserslautern galt einst als sichere Hochburg der SPD, die hier jahrzehntelang ihre Direktkandidaten durchbrachte. Diesmal konnte sich der Sozialdemokrat Andreas Rahm nur knapp gegen den AfD-Kandidaten Tom Kotzian behaupten. Im Stadtteil Grübental holte Kotzian sogar 36 Prozent der Erststimmen – ein Vorsprung von zehn Punkten vor der SPD.
Die wirtschaftliche Schwäche der Stadt könnte das Wählerverhalten prägen. Die Arbeitslosigkeit in Kaiserslautern lag im Juli 2025 bei 9,5 Prozent und damit deutlich über dem Bundesschnitt von 6,3 Prozent. Besonders in Vierteln wie Grübental fühlen sich viele Bürger vernachlässigt, klagen über mangelnde Investitionen in ihre Nachbarschaften.
Landesweit ging die CDU als klarer Sieger aus der Landtagswahl 2026 hervor. Marcus Klein sicherte sich im Wahlkreis Kaiserslautern-Land ein Direktmandat mit 35 Prozent. Die Wahlbeteiligung stieg auf 68,5 Prozent – 4,2 Punkte mehr als bei der letzten Wahl. Zwar schnitt die AfD besonders in der strukturschwachen Region Pirmasens stark ab, doch Analysten sehen keinen klaren Zusammenhang zwischen ihrer Wählergunst und der Stadt-Land-Spaltung oder wirtschaftlicher Not.
Für die Zukunft plant die AfD, bis 2029 in jedem Wahlkreis leere Kneipen anzumieten, um dort Parteibüros und Veranstaltungsräume einzurichten. Bisher gibt es jedoch keine Daten dazu, wie viele lokale Gaststätten bereits von der AfD genutzt werden.
Mit ihrem Sieg bei den Zweitstimmen ist Kaiserslautern der einzige Wahlkreis in Rheinland-Pfalz, in dem die AfD vorne liegt. Ihr steiler Aufstieg kontrastiert mit dem schwindenden Einfluss der SPD und dem landesweiten Erfolg der CDU. Die Ergebnisse spiegeln die anhaltenden Verschiebungen in einer Region wider, die noch mit dem Niedergang traditioneller Industrien wie Opel und Pfaff ringt.






