17 January 2026, 17:17

AfD-Jugendverband in NRW: Machtkampf zwischen Rechtsextremen und Parteiführung eskaliert

Ein altes Deutschland-Karte mit hervorgehobenen Provinzen Westfalens, angezeigt in einem Foto-Rahmen mit beschreibendem Text.

AfD-Jugendverband in NRW: Machtkampf zwischen Rechtsextremen und Parteiführung eskaliert

In der AfD tobt ein Machtkampf, während ihr neuer Jugendverband Generation Deutschland (GD) in Nordrhein-Westfalen (NRW) eine Vorstandswahl vorbereitet. Über 300 junge Mitglieder treffen sich in Iserlohn, um einen Landesvorsitzenden zu wählen – ein Richtungsstreit zwischen rechtsextremen Flügeln und der Parteiführung des Landesverbands. Das Ergebnis könnte die Ausrichtung der Partei vor den Landtagswahlen 2026 prägen.

Die GD entstand als direkter AfD-Nachwuchsverband, nachdem sich ihr Vorgänger Junge Alternative 2023 aufgelöst hatte. Die Vorgängerorganisation war vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft worden. Diesmal hat die Partei die Mitgliedschaft auf AfD-Anhänger beschränkt, um die Kontrolle über ihren Jugendverband strenger zu regeln.

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Der Führungsstreit offenbart tiefe Gräben: Auf der einen Seite steht der "patriotische" Flügel um den rechtsextremen Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich. Sein Kandidat für den GD-Vorsitz in NRW ist Hans-Jürgen Helferich, der Anfang Januar 2026 nominiert wurde – mitten in laufenden internen Querelen. Helferich selbst war wegen ethnonationalistischer Positionen aus der AfD ausgeschlossen worden, bleibt aber Mitglied und kämpft gegen den Beschluss an.

Gegen sie steht die Landesführung unter Martin Vincentz. Dessen Favorit, der 33-jährige Manuel Krauthausen, hat eine umstrittene Vergangenheit: Er verbreitete antisemitische Verschwörungstheorien und forderte wiederholt "Remigration" in großem Stil. Unterdessen dominiert Helferichs Lager den vorläufigen GD-Instagram-Account. Der 24-jährige Luca Hofrath, ein weiterer Kandidat für den Vorsitz, pflegt Verbindungen zu rechtsextremen Ideologen. Er trat bereits mit bekannten Rechtsextremen auf und unterhält Kontakte zur Identitären Bewegung.

Sollte Helferichs Flügel die GD in NRW unter seine Kontrolle bringen, könnte das Vincentz’ Position als Landesvorsitzender gefährden – kurz vor seiner geplanten Wiederwahl im März 2026. Die Abstimmung in Iserlohn wird zeigen, ob der rechtsextreme Flügel seinen Einfluss auf die Jugendstruktur der Partei ausbaut. Das Ergebnis könnte die politische Strategie der AfD in den kommenden Jahren mitbestimmen.