Alexander Skarsgård wagt sich in Pillion an queere BDSM-Dynamiken und schwarzen Humor
Niklas NeumannAlexander Skarsgård wagt sich in Pillion an queere BDSM-Dynamiken und schwarzen Humor
Alexander Skarsgård übernimmt eine gewagte neue Rolle in Pillion – einer schwarzhumorigen Verfilmung über Macht und Begierde
Unter der Regie von Harry Lighton entsteht mit Pillion eine düster-komische Adaption von Adam Mars-Jones' Roman Box Hill, die die intensive Beziehung zwischen einem zurückhaltenden Mann und einem dominanten Biker erzählt. Skarsgård, bekannt für seine markante Präsenz in True Blood und Succession, taucht hier in die Welt queerer Subkulturen ein – mit einer Darstellung, die auf körperliche Ausdruckskraft und Nuancen setzt.
Im Mittelpunkt des Films steht Colin, der sich auf eine strenge BDSM-Dynamik mit Ray (Skarsgård) einlässt. Während Colin als Sozius auf Rays Motorrad Platz nimmt und sich dessen queerer Biker-Gang anschließt, vertieft sich die Verbindung zwischen den beiden. Die Handlung lotet das ungleiche Machtgefälle aus – mal angespannt, mal unerwartet komisch.
Skarsgård nähert sich der Rolle vor allem über Körpersprache statt Dialoge. Mit subtilen Gesten und Mimik verleiht er authentischen Momenten – ob unbeholfen, unangenehm oder humorvoll – Leben. Sein Spiel soll das Wesen der Subkultur einfangen, selbst wenn nur Bruchteile davon im Film sichtbar werden. Auch die Kostüme, etwa maßgefertigte Biker-Kleidung in unerwarteten Creme-Tönen, verleihen der Figur eine moderne, erdende Note.
Seine Fähigkeit, selbst in ernsten Rollen Humor zu finden, führt Skarsgård auf seine Herkunft aus einer großen, exzentrischen Familie zurück. Obwohl er sich einst ein konventionelleres Aufwachsen wünschte, schätzt er heute die Kreativität und Eigenwilligkeit, die ihn prägten. Einflüsse wie Monty Python schärften seinen Sinn für die Balance zwischen Intensität und Witz.
Pillion ist eine weitere ungewöhnliche Wahl für Skarsgård, der mit seinen Marvel-tauglichen Looks oft gegen den Strich gebürstete Charaktere verkörpert. Zu seinen früheren Projekten zählt etwa der virale Erfolg Heated Rivalry, eine Serie über eine geheime Romanze zwischen Eishockeyspieler, die zuvor Online-Publikum begeisterte.
Der Film bringt Mars-Jones' Roman mit roher Emotionalität und schwarzem Humor auf die Leinwand. Skarsgårds körperbetonte, realistische Darstellung gewährt Einblicke in eine selten gezeigte Welt. Pillion verspricht, ein mutiger Höhepunkt in seinem vielseitigen Schaffen zu werden.






