Arla übernimmt DMK: EU genehmigt Mega-Fusion der Milchgiganten trotz Kritik
Niklas NeumannArla übernimmt DMK: EU genehmigt Mega-Fusion der Milchgiganten trotz Kritik
Die Europäische Kommission hat grünes Licht für die Übernahme der DMK durch Arla gegeben – die beiden größten Molkereigenossenschaften Europas. Die Entscheidung fällt trotz Kritik von Landwirtsverbänden, die um geringeren Wettbewerb für Milchlieferanten fürchten. Das fusionierte Unternehmen wird mit Abstand die größte Molkereigenossenschaft des Kontinents sein.
Arla, das bereits über 7.000 Mitgliedslandwirte in ganz Europa zählt, übernimmt damit die rund 4.000 deutschen Erzeuger der DMK. Die Kommission kam zu dem Schluss, dass der Deal „keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken“ aufwerfe, da der Einzelhandel weiterhin mehrere Anbieter für Handelsmarken-Milchprodukte habe. Durch die Fusion entfällt jedoch der Wettbewerb zwischen Arla und DMK um die Milch der Landwirte in Norddeutschland.
Der Deutsche Bauernverband begrüßte den Schritt als „grundsätzlich positiv“ für die Milcherzeuger. Hervorgehoben wurden Arlas starke Exportnetzwerke, die deutschen Landwirten bessere Absatzchancen eröffnen könnten. Doch nicht alle Verbände teilen diese Einschätzung.
Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter kritisierte die Entscheidung und verwies auf das Fehlen alternativer Verarbeitungsbetriebe für die Landwirte. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft ging noch weiter und äußerte „Empörung“ über die Genehmigung. Ihre Sorge: Arla habe künftig kaum Anreize, bessere Preise zu bieten, da den Landwirten kaum andere Genossenschaften als Alternative blieben.
Die Fusion wird die europäische Milchbranche neu ordnen und eine einzige Genossenschaft mit über 11.000 Landwirten schaffen. Während einige die Exportvorteile betonen, warnen andere vor schwächerem Wettbewerb für Milchlieferanten. Mit der Zustimmung der Kommission kann die Übernahme nun wie geplant vollzogen werden.






