Aus Amerikaner wird Grönländer: Eine Bäckerei in Lüneburg macht Politik mit Gebäck
Niklas NeumannLüneburger Bäckerei-Idee: "Grönländer" statt "Amerikaner" - Aus Amerikaner wird Grönländer: Eine Bäckerei in Lüneburg macht Politik mit Gebäck
Eine kleine Bäckerei in Lüneburg hat bundesweit Aufsehen erregt, indem sie einem klassischen Gebäck einen neuen Namen gegeben hat. Die runden, zuckerglasierten Leckereien, die einst als Amerikaner bekannt waren, tauchen auf den Kassenbons nun als Grönländer auf – eine bewusste politische Aussage. Der Schritt hat nicht nur Zuspruch von Kunden erhalten, sondern auch die Verkäufe der De Heidbäcker GmbH angekurbelt.
Die Idee stammt von Geschäftsführer Jannik Harms, der Bäckereien als Orte sieht, an denen Leben und Politik aufeinandertreffen. Zwar bleibt das Gebäck selbst unverändert, doch auf dem Bon steht nun Grönländer – ein Zeichen der Solidarität mit Dänemark und Europa. Vor dem Laden wirbt ein Schild mit dem Slogan Backt Kuchen, nicht Krieg für die Süßspeisen.
Der Name Amerikaner gab Historikern schon lange Rätsel auf: Manche Theorien führen ihn auf ein bestimmtes Triebmittel zurück, andere sehen eine Ähnlichkeit mit der Form eines Soldatenhelms. Vorerst hält sich der alte Name im Sprachgebrauch – Kunden können nach wie vor einen Amerikaner bestellen, doch der gedruckte Bon erzählt eine andere Geschichte.
Die umgetauften Gebäckstücke bleiben noch einige Wochen im Sortiment, bevor sie bis zum Herbst verschwinden. Bei ihrer Rückkehr wird der neue Name dann dauerhaft sein. Unterdessen verzeichnet die Bäckerei einen deutlichen Umsatzanstieg, und das Feedback aus dem ganzen Land flutet ein. Sogar eine Zuschrift erreichte die Bäckerei von einem Unterstützer aus Prag.
Die Umbenennung hat der De Heidbäcker unerwartete Publicity beschert und die Bäckerei ins Zentrum einer kulturellen Debatte gerückt. Mit bundesweiter Unterstützung und steigenden Verkaufszahlen dürfte der Grönländer nicht nur auf der Speisekarte, sondern auch in Diskussionen über Politik im Alltag fest verankert sein.
