Automotive-Kongress in Nürnberg zeigt: Aftersales wird zum Schlüssel für Kundenbindung
Niklas NeumannAutomotive-Kongress in Nürnberg zeigt: Aftersales wird zum Schlüssel für Kundenbindung
Der 22. puls Automotive Congress fand am 2. und 3. März in Nürnberg statt und brachte Branchenführer zusammen, um über zentrale Trends zu diskutieren. Die Themen reichten von künstlicher Intelligenz und Fahrzeugdesign bis hin zur wachsenden Bedeutung von Aftersales-Dienstleistungen im Automobilsektor.
Im Rahmen der Veranstaltung teilten Experten Strategien, um die Effizienz zu steigern und die Kundenbindung in einem sich rasant wandelnden Markt zu stärken.
Der Kongress, der im Korn's in Nürnberg stattfand, bot Vorträge hochkarätiger Referenten. Imelda Labbé, Präsidentin des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), betonte das noch ungenutzte Potenzial von Aftersales-Services. Gleichzeitig wies sie auf einen Wandel im Kundenverhalten hin: Immer mehr Fahrzeughalter bevorzugen unabhängige Werkstätten gegenüber markengebundenen Servicezentren.
Kai Vogler, Vertriebs- und Marketingvorstand der Volkswagen Financial Services (VWFS), unterstrich diese Einschätzung. Er hob die Aftersales-Dienstleistungen als entscheidenden Faktor für die Kundenloyalität hervor – insbesondere im Gebrauchtwagenmarkt. Marten Kalmbach, Servicemanager bei der Kunzmann Gruppe, nannte hingegen Terminplanung und Rechnungsstellung als zentrale Stellschrauben, um die Effizienz in Werkstätten zu erhöhen.
Auf der Veranstaltung wurden auch neue Werkzeuge für die Optimierung von Aftersales-Prozessen vorgestellt. Paul Beer, Leiter der digitalen Aftersales-Dienste bei Emil Frey Digital, präsentierte die "INSiDE Workbench", eine Lösung, die Abläufe für Dienstleister vereinfachen soll. Zu Vertriebsstrategien referierten Peter Schäfer von KreuterMedeleSchäfer und Tolga Toker der Bobrink Gruppe über unterschiedliche Ansätze für eine nachhaltige und effiziente Kundenansprache.
Steigende Kosten waren ein weiteres zentrales Thema. Eine Umfrage zeigte, dass 48,3 Prozent der Autofahrer deutlich höhere Ausgaben verzeichnen – ein Faktor, der Kaufentscheidungen und Markentreue beeinflusst. Darüber hinaus wurden auf dem Kongress übergeordnete Branchentrends diskutiert, darunter Fortschritte in der KI sowie die zukünftige Designstrategie von Porsche Österreich.
Die zweitägige Veranstaltung lieferte den Teilnehmern praxisnahe Erkenntnisse zu Aftersales, digitalen Lösungen und den Kostendruck, dem die Branche ausgesetzt ist. Zwar wurden keine Daten zur Entwicklung unabhängiger Werkstätten in den vergangenen fünf Jahren präsentiert, doch waren sich die Referenten einig, dass deren Bedeutung weiter zunimmt.
Die Experten verließen den Kongress mit einem klareren Verständnis dafür, wie Effizienzsteigerungen und kundenorientierte Strategien die Zukunft der Branche prägen könnten.
