Bayreuther Festspiele entschuldigen sich bei Michel Friedman nach Absage-Eklat
Niklas NeumannBayreuther Festspiele entschuldigen sich bei Michel Friedman nach Absage-Eklat
Ein jüngster Skandal entbrannte, nachdem die Süddeutsche Zeitung über die Absage einer nicht öffentlich angekündigten Veranstaltung mit Michel Friedman im Rahmen der Bayreuther Festspiele berichtet hatte. Das Festival entschuldigte sich später bei Friedman und bestätigte, dass die Veranstaltung wie geplant stattfinden werde.
Katharina Wagner hatte die Absage zunächst mit Sicherheitsbedenken begründet. Christian Thielemann präzisierte, dass Gespräche über die Veranstaltung bereits über ein Jahr zuvor geführt worden seien, er sich jedoch aufgrund von Terminproblemen nie verbindlich zugesagt habe. Schließlich bestritt das Festival, jemals eine konkrete Planung mit Friedman verfolgt zu haben.
Friedman warf den Festspielen vor, die Tragweite einer Auseinandersetzung mit Richard Wagners Antisemitismus zu verharmlosen. Er erklärte, in Bayreuth sei „der Boden kontaminiert“. Das Festival habe sich jedoch in den vergangenen Jahren explizit mit seinen historischen Verstrickungen in den Nationalsozialismus auseinandergesetzt – etwa durch Gedenkveranstaltungen, Symposien und Inszenierungen, die Wagners Antisemitismus thematisieren.
Die Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung über das Festival und den Umgang mit Antisemitismus stand in der Kritik, da sie historischen Kontext vermissen ließ. Jüdische Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko prägen seit Langem die musikalische Ausrichtung der Festspiele maßgeblich mit.
Mittlerweile hat sich das Bayreuther Festival bei Michel Friedman entschuldigt. Die Veranstaltung mit ihm wird nun wie ursprünglich vorgesehen stattfinden. Die Aufarbeitung der eigenen Geschichte bleibt ein zentraler Bestandteil der weiteren Arbeit des Festivals.






