Bergkirchweih in Erlangen: Warum klassische Partyschlager jetzt verboten sind
Jonas KrausBergkirchweih in Erlangen: Warum klassische Partyschlager jetzt verboten sind
Erlangens berühmtes Bergkirchweih-Volksfest bereitet sich auf fast eine Million Besucher vor – doch eine neue Regel sorgt für Diskussionen: Die Stadt hat eine Liste klassischer Partyschlager wegen „sexistischer“ oder „frauenfeindlicher“ Texte verboten. Wirte und Anwohner fragen sich nun, ob das Verbot zu weit geht.
Der Beschluss folgte nach einer Beschwerde einer Frau, die im vergangenen Jahr auf dem Fest belästigt worden war. Sie berichtete von aggressiven Männern, die sie begrapscht hätten, und dass sie sich durch die gespielte Musik unwohl gefühlt habe. Daraufhin prüften die Gleichstellungsbeauftragten der Erlanger Grünen, Reka Lörincz und Nora Hahn-Hobeck, eine Liste „problematischer Partyschlager“.
Der Stadtrat – unterstützt von CSU, Linken und SPD – hatte bereits 2021 beschlossen, Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ auf dem Fest zu ächten. In diesem Jahr wurden nun Titel wie Skandal im Sperrbezirk sowie Hits von Künstlern wie Mickie Krause und Peter Wackel offiziell auf die schwarze Liste gesetzt. Die Behörden bestehen darauf, dass das Volksfest „besonders frei von Diskriminierung“ sein solle.
Doch nicht alle sind einverstanden. Einige Wirte vergleichen das Verbot mit Zensurmaßnahmen der DDR. Sie kritisieren den Eingriff als überzogen und zweifeln daran, ob er das Verhalten der Besucher tatsächlich ändern wird.
Das Bergkirchweih findet wie geplant statt – allerdings mit den neuen Richtlinien. Während die Veranstalter ein sicheres Umfeld schaffen wollen, befürchten Kritiker eine Überregulierung. Mit fast einer Million erwarteter Gäste wird sich bald zeigen, welche Wirkung das Liederverbot entfaltet.






