Berliner Digitalisierungs-Staatssekretär widerruft Rücktritt trotz Insolvenzermittlungen
Jonas KrausBerliner Digitalisierungs-Staatssekretär widerruft Rücktritt trotz Insolvenzermittlungen
Berliner Staatssekretär für Digitalisierung, Matthias Hundt, hat seinen Rücktritt inmitten laufender Ermittlungen gegen seine ehemalige Firma zurückgezogen. Der Schritt erfolgt, nachdem am 25. November 2025 das Insolvenzverfahren über die SDC Sachsen Digital Consulting GmbH eröffnet wurde, an der Hundt beteiligt war. Die Behörden prüfen nun seine Rolle in den finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens, während der Senat auf seine Entlassung drängt.
Hundt trat sein Amt als Berliner Staatssekretär für Digitalisierung Mitte März an. Zuvor war er als externer Geschäftsführer bei der Humboldt Capture Germany GmbH tätig gewesen – eine Position, die er bis Herbst 2024 innehatte. An diesem Unternehmen war er nicht als Gesellschafter beteiligt.
Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Ermittlungen zu Hundts Verbindung mit der Insolvenz der SDC Sachsen Digital Consulting GmbH eingeleitet. Zudem prüft die Deutsche Rentenversicherung das Unternehmen wegen ausstehender Beitragszahlungen. Trotz dieser Untersuchungen hat Hundt weiterhin Anspruch auf eine Abfindung in Höhe von rund 72.000 Euro – was einem halben Jahresgehalt entspricht.
Ursprünglich hatte Hundt seinen Rücktritt eingereicht, diesen später jedoch zurückgenommen. Er begründete dies mit Frustration über unbestätigte Gerüchte und dem Willen, sich gegen das zu wehren, was er als haltlose Vorwürfe bezeichnete. Dennoch treibt der Berliner Senat seine Entlassung voran und plant, die Entscheidung am Dienstag zu finalisieren.
Das Entlassungsverfahren des Senats soll noch in dieser Woche abgeschlossen werden, während die Staatsanwaltschaft ihre finanziellen Ermittlungen fortsetzt. Hundts Abfindung bleibt vorerst bestehen, doch seine politische Zukunft ist ungewiss. Die Ergebnisse des Insolvenzverfahrens und der Rentenprüfung könnten den Fall weiter beeinflussen.






