Berliner Kultursenatorin tritt nach Fördergeld-Skandal zurück – Evers übernimmt doppelte Verantwortung
Lukas BauerBerliner Kultursenatorin tritt nach Fördergeld-Skandal zurück – Evers übernimmt doppelte Verantwortung
In Berlins Kulturverwaltung gibt es einen unerwarteten Wechsel: Die Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson trat am Freitag nach Kritik an Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Fördergeldern zurück. Bis zur Wahl im September übernimmt nun Finanzsenator Stefan Evers (CDU) zusätzlich zu seinem bisherigen Amt auch die Leitung des Kulturressorts.
Auslöser für den Wechsel war Wedl-Wilsons Rücktritt, nachdem der Berliner Rechnungshof rechtswidrig bewilligte Zuschüsse für Projekte zur Bekämpfung von Antisemitismus aufgedeckt hatte. Ihr Abgang hinterlässt die Kulturbehörde nur wenige Monate vor der Landtagswahl am 20. September verwaist.
Zunächst galt der CDU-Politiker Thomas Heilmann als ihr wahrscheinlichster Nachfolger. Doch bei einer Abendsitzung am Dienstag entschieden sich die Berliner CDU-Spitzen stattdessen für Stefan Evers. Bürgermeister Kai Wegner (CDU) nahm an der Beratung teil und unterstützte die Personalie.
Evers, der bereits für die Stadtfinanzen zuständig ist, wird beide Ressorts kommissarisch leiten. Parallel verhandelt er derzeit über ein Haushaltsabkommen, das auch Mittel für den Berliner Kulturbereich vorsieht. Bis zur Wahl bleibt er damit in einer doppelten Schlüsselrolle.
Bis zur Abstimmung am 20. September führt Evers sowohl das Finanz- als auch das Kulturressort. Zu seinen vordringlichen Aufgaben gehört die Finalisierung von Fördervereinbarungen für die Berliner Kunst- und Denkmalszene. Der Wechsel fällt in eine Phase des politischen Übergangs vor der nächsten Legislaturperiode.






