Bewegende Gedenkfeier in Itzehoe: Überlebender mahnt gegen das Vergessen
Niklas NeumannGedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Itzehoe - Bewegende Gedenkfeier in Itzehoe: Überlebender mahnt gegen das Vergessen
Gedenkveranstaltung in Itzehoe ehrt Opfer des Nationalsozialismus
Am 27. Januar gedachten in Itzehoe die Teilnehmer einer Gedenkfeier der Opfer des NS-Regimes. Kristina Herbst, Präsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages, leitete die Veranstaltung im Sophie-Scholl-Gymnasium. In ihrer Rede würdigte sie die Millionen Ermordeten der NS-Diktatur – darunter sechs Millionen Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, politische Gegner sowie LGBTQ+-Opfer.
Höhepunkt der Feier war eine Ansprache des 105-jährigen Holocaust-Überlebenden Nicolaus Blättermann. Er schilderte seine erschütternden Erlebnisse von Verfolgung, Zwangsarbeit und Haft in Konzentrationslagern. Herbst bezeichnete sein lebenslanges Engagement für den Wiederaufbau jüdischen Lebens in Deutschland als "den größten Triumph über die Nazis".
Herbst thematisierte zudem den wachsenden Antisemitismus in Schleswig-Holstein. Sie verwies auf aktuelle Vorfälle wie Schändungen von Gedenkstätten und öffentliche Hasskundgebungen. Solche Taten gefährdeten den gesellschaftlichen Zusammenhalt und dürften niemals toleriert werden, warnte sie. Die Veranstaltung unterstrich die Bedeutung des Erinnerns: Die Ehre der NS-Opfer zu wahren, bleibe eine "dauerhafte Verpflichtung" für die demokratische Gesellschaft. Die Gedenkfeier war zugleich ein Appell zur Wachsamkeit gegen Hass und Intoleranz.
Die Veranstaltung in Itzehoe vereinte Überlebende, Vertreter aus Politik und Öffentlichkeit zum gemeinsamen Gedenken. Blättermanns Zeugnis und Herbsts Mahnungen machten deutlich, wie aktuell der Kampf gegen Antisemitismus bleibt. Die Feier betonte die Notwendigkeit, das Andenken an die Opfer der NS-Verfolgung heute lebendig zu halten.
