Bitburger testet revolutionäres Wärmespeichersystem für grüne Industrieenergie
Lukas BauerBitburger testet revolutionäres Wärmespeichersystem für grüne Industrieenergie
Neues Wärmespeichersystem wird bei der Bitburger Braugruppe in Bitburg getestet
In der Zentrale der Bitburger Braugruppe in Bitburg, Deutschland, wird derzeit ein innovatives Wärmespeichersystem erprobt. Die im Rahmen des ISSDEMO-Projekts entwickelte Technologie soll industriellen Prozessdampf mithilfe erneuerbarer Energien bereitstellen. Bei Erfolg könnte sie in verschiedenen Branchen zum Einsatz kommen.
Das ISSDEMO-Projekt konzentriert sich auf ein ultra-dynamisches Hochtemperatur-Wärmespeichersystem. Es nutzt ein Phasenwechselmaterial (PCM), das zwischen festem und flüssigem Zustand bei Temperaturen von 250 °C bis 500 °C wechselt. Dadurch kann das System flexibel auf schwankende Energiebedarfe reagieren und eine kontinuierliche Dampfversorgung gewährleisten.
Die Demonstrationsanlage bei Bitburger wird über eine Speicherkapazität von 1 Megawattstunde (MWh) verfügen. Während der Testphase sind 300 Lade- und Entladezyklen sowie ein 1.000-stündiger Betrieb vorgesehen, um die Zuverlässigkeit unter realen Bedingungen zu beweisen. Beteiligt sind fünf Partner: die Europäische Weltraumorganisation (ESA), Airbus Defence and Space, OHB System, Thales Alenia Space und Leonardo. Die Finanzierung stammt aus dem Clean Energy Transition Partnership Joint Call 2022, unterstützt durch zusätzliche Mittel der EU. Bei Erfolg soll die Technologie hochskaliert und für andere Industrien außerhalb der Braubranche angepasst werden.
Ziel des Projekts ist es, den Anteil erneuerbarer Energien in der industriellen Wärmeerzeugung zu erhöhen. Ein stabiles und flexibles Wärmespeichersystem könnte Unternehmen helfen, ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Die Ergebnisse aus Bitburg werden über die nächsten Schritte für eine breitere Einführung entscheiden.
