BSI und IONOS entwickeln hochsichere Cloud für Bundesbehörden gegen Quantencomputing-Risiken
Jonas KrausBSI und IONOS entwickeln hochsichere Cloud für Bundesbehörden gegen Quantencomputing-Risiken
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und IONOS haben eine Zusammenarbeit vereinbart, um eine private Unternehmens-Cloud für Bundesbehörden zu entwickeln. Die im Januar 2025 geschlossene Partnerschaft konzentriert sich auf den Aufbau einer hochsicheren Umgebung, die sensible Daten des öffentlichen Sektors vor aufkommenden Bedrohungen wie Quantencomputing schützen soll. Beide Institutionen werden eng zusammenarbeiten, um Risiken zu bewerten und die Widerstandsfähigkeit kryptografischer Systeme zu stärken.
Ziel der Kooperation ist der Aufbau einer vollständig isolierten Cloud-Umgebung, eines sogenannten "air-gap"-Systems. Diese Infrastruktur bleibt sowohl vom Internet als auch von internen Unternehmensnetzwerken getrennt, um maximale Sicherheit für Bundesdaten zu gewährleisten. BSI und IONOS werden vertrauliche Informationen austauschen und technische Analysen durchführen, um die Sicherheitseigenschaften der beteiligten Cloud-Dienste zu prüfen.
Markus Noga, CTO von IONOS, betonte die Bedeutung von Transparenz und überprüfbaren technischen Standards in der Architektur souveräner Cloud-Lösungen. Das Unternehmen verbindet deutsche Sicherheitsstandards mit modernen Cloud-Funktionen und bietet damit eine Alternative zu bestehenden Anbietern. Auch BSI-Präsidentin Claudia Plattner hob hervor, wie essenziell ein tiefgreifendes technologisches Verständnis für gründliche Sicherheitsbewertungen ist.
Die Vereinbarung folgt auf eine frühere Partnerschaft des BSI mit dem Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund). Zudem hat die Behörde ähnliche Abkommen mit anderen Anbietern geschlossen, darunter STACKIT (Schwarz Gruppe), Google Cloud und AWS. Diese Kooperationen sollen die Flexibilität bei der Auswahl vertrauenswürdiger Lösungen für verschiedene Regierungsanwendungen erhöhen. Das BSI wies jedoch darauf hin, dass Beschaffungs- und Umsetzungsentscheidungen nicht in seinem direkten Verantwortungsbereich liegen.
Die Initiative trägt dazu bei, kryptografische Systeme langfristig gegen die Risiken des Quantencomputings abzusichern. Durch die Zusammenarbeit mit mehreren Anbietern stellt das BSI sicher, dass Bundesbehörden Zugang zu einer Vielzahl sicherer und vertrauenswürdiger Optionen haben. Das Projekt unterstreicht Deutschlands Bestrebungen nach digitaler Souveränität, ohne die Auswahl zuverlässiger Cloud-Lösungen einzuschränken.
