Bundespolizei droht 2023 der Ausfall aller Körperkameras durch gescheiterte Ausschreibung
Niklas NeumannBundespolizei droht 2023 der Ausfall aller Körperkameras durch gescheiterte Ausschreibung
Die deutsche Bundespolizei könnte bald ohne funktionierende Körperkameras dastehen. Der aktuelle Hersteller plant, die Unterstützung für die Geräte einzustellen, und eine jüngste Ausschreibung für neue Modelle ist gescheitert. Ohne Gegenmaßnahmen könnten Beamte bereits im nächsten Jahr ohne einsatzfähige Ausrüstung sein.
Die Bundespolizei hatte 5 Millionen Euro für 2.500 neue Körperkameras bereitgestellt, mit einer Option auf weitere 1.500 Geräte. Doch die Ausschreibung platzte, nachdem zusätzliche Anforderungen wie austauschbare Akkus die Offerte für Lieferanten weniger attraktiv machten. Einige Modelle hätten sich nahtlos in die bereits genutzten Elektroschockgeräte der Behörde integrieren lassen.
Körperkameras spielen eine zentrale Rolle bei der Deeskalation in Konfliktsituationen, insbesondere in Bahnhöfen. Zudem liefern sie entscheidende Beweismittel bei aggressiven Auseinandersetzungen und Straftaten. Andreas Roßkopf, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), hat das Bundesinnenministerium aufgefordert, schnell zu handeln.
Die Behörden hoffen nun, dass der aktuelle Hersteller die Unterstützung verlängert. Doch dies würde erhebliche Investitionen erfordern – möglicherweise im Millionenbereich. Ohne Lösung droht der Bundespolizei 2023 ein Mangel an Körperkameras. Das Scheitern der Ausschreibung setzt die Beamten dem Risiko aus, ein wichtiges Instrument für Beweissicherung und Deeskalation zu verlieren. Das Ministerium muss nun entscheiden, ob es mit dem bisherigen Lieferanten neu verhandelt oder eine Alternative sucht.
