30 May 2026, 10:15

Bundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag – trotz Kritik und steigender Kosten

Regierung setzt weiter auf Microsoft

Bundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag – trotz Kritik und steigender Kosten

Die deutsche Bundesregierung hat ihren Rahmenvertrag mit Microsoft um ein weiteres Jahr verlängert. Die Vereinbarung, die nun bis zum 30. Juni 2027 gilt, wäre ursprünglich Mitte 2026 ausgelaufen. Kritiker werfen der Regierung vor, damit Bemühungen zur Verringerung der Abhängigkeit von US-Technologieanbietern zu verzögern – während gleichzeitig die Kosten für öffentliche Nutzer steigen.

Allein im Jahr 2021 gaben Bundesbehörden und Fördermittelempfänger fast 500 Millionen Euro für Microsoft-Produkte aus. Der verlängerte Vertrag behält die bestehenden Konditionen bei, obwohl die Preise für Microsoft 365 im öffentlichen Sektor ab Juli 2026 um bis zu 13 Prozent steigen sollen. Die Vereinbarung erleichtert zwar den Zugang zu Microsoft-Tools, verpflichtet Behörden aber nicht zu deren Nutzung.

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Rebecca Lenhard, die digitalpolitische Sprecherin der Grünen, kritisierte die Verlängerung scharf. Sie bezeichnete sie als vertane Chance, die Abhängigkeit von US-Softwarekonzernen zu verringern. Unterdessen hat Frankreich Fortschritte bei der Umstellung staatlicher Einrichtungen auf alternative Dienste gemacht.

Unklar bleibt die Gesamtausgabe für US-Techgiganten. Offizielle Zahlen erfassen weder Landes- und Kommunalbehörden noch andere große Unternehmen, was die Transparenz erschwert.

Die Verlängerung lässt Microsofts Rolle in der deutschen öffentlichen Verwaltung vorerst unverändert. Ab Mitte 2026 müssen Behörden jedoch mit höheren Kosten für Microsoft 365 rechnen. Zudem verschiebt die Entscheidung jeden Anstoß zu einer größeren digitalen Unabhängigkeit von ausländischen Anbietern auf unbestimmte Zeit.

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