Bundeswehr-Reform: Pistorius will Reservisten bis 70 Jahre und 200.000 Freiwillige
Emma WernerBundeswehr-Reform: Pistorius will Reservisten bis 70 Jahre und 200.000 Freiwillige
Das deutsche Verteidigungsministerium plant eine Reform der Reservekräfte mit einer neuen Strategie. Verteidigungsminister Boris Pistorius wird die Pläne am Mittwoch vorstellen, darunter ein geplantes Gesetz zur Stärkung der Zahl und der Fähigkeiten der Reservisten. Die Änderungen erfolgen vor dem Hintergrund von Unsicherheiten über die militärische Einsatzbereitschaft des Landes sowie einer alternden, aber körperlich fitteren Bevölkerung.
Aktuell schätzt das Ministerium, dass etwa 60.000 Reservisten erfasst sind, doch die genaue Zahl bleibt unklar. Um Klarheit zu schaffen, soll eine militärische Erhebung durchgeführt werden, um die tatsächlichen Bestände zu ermitteln. Ziel ist es, die Truppe bis 2035 auf 200.000 Reservisten auszubauen.
Laut den neuen Vorschlägen soll die Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre angehoben werden. Als Begründung verweisen Beamte auf die steigende Lebensarbeitszeit und die bessere körperliche Verfassung älterer Menschen. Zudem will das Ministerium sicherstellen, dass Reservisten über angemessene Ausstattung verfügen und sinnvolle Ausbildungsmöglichkeiten erhalten.
Die Planung wird eine zentrale Rolle dabei spielen, wie viele Reservisten jährlich an Übungen teilnehmen. Die Reformen sehen vor, dass die Teilnahme für die Reservisten selbst weiterhin freiwillig bleibt, für Arbeitgeber jedoch nicht mehr. Diese Änderung zielt darauf ab, die Verfügbarkeit und Reaktionszeiten zu verbessern. Während der Coronavirus-Pandemie wurden zwischen 10.000 und 15.000 Reservisten einberufen – ein Beleg für ihre Bedeutung in Krisenzeiten.
Pistorius wird das Reservistenstärkungsgesetz noch in diesem Sommer vorlegen, um die Änderungen rechtlich zu verankern. Die Reformen werden das deutsche Reservesystem grundlegend umgestalten: durch eine Erhöhung der Zahlen, eine Anhebung der Altersgrenze und verbesserte Ausbildungsstandards. Die militärische Erhebung soll Klarheit über den aktuellen Bestand schaffen, während strengere Verpflichtungen für Arbeitgeber die Beteiligung fördern sollen. Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Anstrengung, die nationalen Verteidigungskapazitäten in den kommenden Jahren zu stärken.






