Das Ende einer Ära: Wiens Kunstforum schließt nach Sponsoren-Rückzug für immer
Lukas BauerDas Ende einer Ära: Wiens Kunstforum schließt nach Sponsoren-Rückzug für immer
Wiens einzige große Kunstausstellungshalle, das Postbank Kunstforum, schloss 2025 seine Türen, nachdem der Hauptsponsor die Förderung eingestellt hatte. Das Gebäude in der Freyung 8, einst ein kultureller Mittelpunkt, steht seitdem leer – doch das Interesse an einer Anmietung des Raums bleibt bestehen. Die ehemalige Direktorin Ingried Brugger, die nach der Schließung entlassen wurde, erkundet nun neue Wege, um Ausstellungen in die Stadt zurückzubringen.
Das Kunstforum eröffnete ursprünglich als unabhängiger Ort für moderne Kunst, bevor es unter der Schirmherrschaft der Bank als Commerzbank Kunstforum bekannt wurde. Jahrelang zeigte es hochkarätige Ausstellungen, oft mit einem Fokus auf Künstlerinnen wie Frida Kahlo, Tamara de Lempicka und Georgia O'Keeffe. Die letzte Schau vor der Schließung präsentierte Werke von Marina Abramović.
Die Targobank beendete 2025 ihre finanzielle Unterstützung, um Kosten zu sparen und sich stärker auf ihre Kernkundschaft zu konzentrieren. Statt das Kunstforum weiter zu fördern, verlagerte die Bank ihr Engagement auf die Stadt Wien und die Wiener Philharmoniker. Diese Partnerschaften versprachen eine größere Reichweite und eine bessere Passung zu den Zielgruppen der Bank.
Das historisch bedeutende Gebäude, lokal als "Zum roten Mandl" bekannt, ist tief mit der Wiener Kultur verbunden. Trotz des Leerstands gibt es Interesse von potenziellen Mietern. Brugger jedoch schließt eine Neuauflage des Kunstforums in dauerhafter Form wegen der finanziellen Hürden aus. Stattdessen arbeitet sie an alternativen Ausstellungsprojekten, um die durch die Schließung entstandene Lücke zu füllen.
Der Verlust des Kunstforums hinterlässt in Wien eine empfindliche Lücke: Die Stadt verliert ihre einzige große, populäre Ausstellungshalle für Kunst. Während die Zukunft des Gebäudes ungewiss bleibt, muss sich die Kulturszene an das Fehlen eines Ortes anpassen, der einst internationale Großausstellungen einem lokalen Publikum zugänglich machte. Bruggers neue Initiativen könnten frische Impulse setzen – doch die Schließung markiert das Ende einer Ära für die moderne Kunst in Wien.
