Deutsch-französischer Machtkampf um Rüstungskonzern KNDS vor Börsengang
Emma WernerDeutsch-französischer Machtkampf um Rüstungskonzern KNDS vor Börsengang
Zwischen Berlin und Paris ist ein Streit über die Zukunft des deutsch-französischen Rüstungskonzerns KNDS entbrannt. Im Mittelpunkt des Konflikts steht die deutsche Forderung nach strengen Schutzmaßnahmen für kritische Verteidigungstechnologien. Der Disput eskaliert nur wenige Tage vor dem geplanten Börsengang des Unternehmens.
Die deutsche Regierung will verhindern, dass zentrales Know-how, geistiges Eigentum oder für die Produktion entscheidende Technologien innerhalb von KNDS so verlagert werden, dass Deutschlands Fähigkeiten geschwächt würden. Sie besteht auf Regelungen, die sicherstellen, dass Entwicklung, Fertigung und Exportkompetenzen im Land bleiben. Beamte beschrieben die Gespräche mit Frankreich als in einem „Geist des Vertrauens und der Vertraulichkeit“ geführt.
Der Aufsichtsratsvorsitzende von KNDS, Tom Enders, kritisierte die von Deutschland geforderten Vetorechte scharf. Er argumentierte, Frankreich wie China zu behandeln, könnte die Zusammenarbeit beschädigen. Enders warnte zudem vor einem wachsenden Nationalismus in der Rüstungs- und Waffenpartnerschaft und nannte dies einen gefährlichen Weg.
Berlin und Paris haben inzwischen eine vorläufige Einigung in der Vetofrage erzielt. Die Vereinbarung soll deutsche Bedenken mit der deutsch-französischen industriellen Zusammenarbeit in Einklang bringen. Das Ergebnis wird die endgültigen Bedingungen für den bevorstehenden Börsenstart von KNDS prägen.
