30 June 2026, 00:14

Deutsche Industrie bricht 127.300 Jobs ab – Trend zur Auslagerung hält an

Bis zu 100.000 Jobs in Gefahr: Wohin die deutsche Industrie immer mehr wandert

Deutsche Industrie bricht 127.300 Jobs ab – Trend zur Auslagerung hält an

Deutsche Industrie verliert 127.300 Arbeitsplätze im ersten Quartal 2026

In den ersten drei Monaten des Jahres 2026 hat die deutsche Industrie 127.300 Stellen abgebaut – ein Rückgang um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dieser Schwund ist Teil eines größeren Trends, bei dem Unternehmen ihre Produktion ins Ausland verlagern.

Seit 2019 wurden in der Branche insgesamt 341.500 Arbeitsplätze gestrichen, was bedeutet, dass jeder siebzehnte Industriejob betroffen ist. Hohe Lohnkosten, übermäßige Bürokratie und teure Energie treiben Firmen dazu, Fertigung und Forschung zu verlagern. Die Arbeitskosten in Deutschland liegen 22 Prozent über dem EU-Durchschnitt und sind mehr als doppelt so hoch wie in Teilen Asiens und Osteuropas.

Der Chemiekonzern Evonik plant, seine Belegschaft um 3.200 Stellen zu reduzieren, vor allem an deutschen Standorten. Viele Unternehmen entwickeln zudem neue Produkte in China, um sie besser an lokale Märkte anzupassen. Fast die Hälfte der befragten Firmen beabsichtigt, bis 2030 mehr Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in andere Weltregionen zu verlagern.

Lieferkettenstörungen bleiben das größte Risiko Steigende Zölle und Handelsbarrieren zwingen Unternehmen, lokal zu produzieren, um Verzögerungen zu vermeiden. Fast jedes Industrieunternehmen, das an der Umfrage teilnahm, will bis 2030 seine Präsenz in Indien ausbauen – mit einem angestrebten Umsatzwachstum von durchschnittlich 4 Prozent. Allerdings werden dort kaum neue Arbeitsplätze entstehen.

Nur 16 Prozent der Unternehmen planen, in Deutschland zusätzliches Personal einzustellen; in Westeuropa zeigt sich ein ähnliches Bild. Rund 40 Prozent der Investitionsbudgets bis 2030 fließen zwar weiterhin nach Deutschland, doch das Geld dient vor allem der Instandhaltung bestehender Anlagen und der Automatisierung.

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Industriesektor schrumpft weiter – Automatisierung statt Jobaufbau Die Arbeitsplatzverluste in der Industrie haben sich zu Beginn des Jahres 2026 beschleunigt. Unternehmen setzen auf Effizienzsteigerung und lokale Produktion, um Risiken zu minimieren. Investitionen in Deutschland konzentrieren sich zunehmend auf Automatisierung – nicht auf den Ausbau der Belegschaft.

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