07 June 2026, 14:14

Deutschland verpasst EU-Frist für Gehaltstransparenz – und riskiert Strafen

Deutschland verstößt gegen EU-Regeln zur Lohngleichheit

Deutschland verpasst EU-Frist für Gehaltstransparenz – und riskiert Strafen

Deutschland hat die EU-Frist für die Umsetzung der neuen Gehaltstransparenzgesetze verpasst. Das Land hätte die Vorschriften bis Montag, den 8. Juni 2026, in nationales Recht umsetzen müssen, doch die Deadline wurde nicht eingehalten. Durch die Verzögerung drohen nun rechtliche Schritte der Europäischen Kommission.

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Die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz zielt darauf ab, Ungleichheiten bei der Bezahlung zu bekämpfen, indem Unternehmen verpflichtet werden, Gehaltsunterschiede offenzulegen. Nach den neuen Regeln müssen Betriebe mit 100 oder mehr Beschäftigten regelmäßig über ihre geschlechtsspezifischen Lohnlücken berichten. Arbeitnehmer:innen erhalten zudem das Recht, Durchschnittsgehälter für vergleichbare Positionen – aufgeschlüsselt nach Geschlecht – anzufordern.

Zusätzlich müssen Arbeitgeber künftig in Stellenausschreibungen die Einstiegsgehälter angeben und dürfen Bewerber:innen nicht mehr nach ihren früheren Verdiensten fragen. Diese Maßnahmen sollen die Lohnlücke verringern, die in Deutschland derzeit bei 15,6 Prozent liegt – und damit über dem EU-Durchschnitt von 11,1 Prozent.

Die Umsetzung der Richtlinie in Deutschland verzögert sich nun bis Anfang 2027. Die ersten verpflichtenden Berichte und Auskunftsrechte treten erst im Juni 2028 in Kraft. Die Europäische Kommission hat bereits angedeutet, dass sie wegen der Fristüberschreitung ein Vertragsverletzungsverfahren einleiten könnte.

Die Verzögerung bedeutet, dass Arbeitnehmer:innen und Jobsuchende in Deutschland länger auf den Schutz durch Gehaltstransparenz warten müssen. Unternehmen müssen ihre Berichtspflichten erst ab Mitte 2028 erfüllen, während der EU bei Verstößen Strafen drohen. Die Regelungen sollen Lohnungleichheiten abbauen – doch ihre Durchsetzung wurde nun um fast zwei Jahre verschoben.

Quelle