29 April 2026, 04:52

Deutschlands Theater lieben wieder die Mammut-Inszenierungen – und das Publikum auch

Ein Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" ist aufgeschlagen und zeigt eine Seite mit Text und einem Logo.

Deutschlands Theater lieben wieder die Mammut-Inszenierungen – und das Publikum auch

Deutschlands Theaterszene ist seit langem für ihre mammutlangen Inszenierungen bekannt. Das diesjährige Berliner Theatertreffen, das vom 1. bis 17. Mai stattfindet, unterstreicht diesen Trend einmal mehr – mit ausverkauften Stücken wie Wallenstein. Das Festival bleibt eines der renommiertesten im deutschsprachigen Europa und präsentiert die zehn besten Produktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Nun bereitet Berlins Volksbühne die Wiederaufführung von Peer Gynt vor – ein Stück, dessen erster Teil allein schon acht Stunden dauert. Marathon-Aufführungen sind in der deutschen Theaterlandschaft nichts Neues. Luk Percevals Schlachten beim Salzburger Festspiele 1999 dauerte berühmt-berüchtigt zwölf Stunden. Erst kürzlich brachte das Schauspielhaus Bochum 2023 Die Brüder Karamasow in einer siebenstündigen Fassung auf die Bühne.

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Beim diesjährigen Theatertreffen zeigen die Münchner KammerspieleWallenstein: Ein Schlachtenfest in sieben Gängen – eine siebenstündige Produktion, die innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war. Nora Hertlein-Hull, die Festivalleiterin, erlebte 2007 erstmals ein solch extrem langes Stück – ein Format, das seitdem immer wieder aufgegriffen wird.

Die Pandemie unterbrach den Trend kurzzeitig: Viele Theater setzten auf kürzere, pausenlose Vorstellungen. Doch die Tradition der Langzeit-Inszenierungen ist nun mit voller Wucht zurückgekehrt. Der Deutsche Bühnenverein erfasst zwar keine offiziellen Spielzeiten, doch die Beliebtheit dieser ausufernden Stücke spricht für sich.

Theater in ganz Deutschland setzen weiterhin auf Marathon-Aufführungen und ziehen damit ein Publikum an, das bereit ist, sich stundenlang auf Geschichten einzulassen. Festivals wie das Theatertreffen präsentieren diese ambitionierten Werke – und festigen so die Tradition des epischen Theaters. Die anstehende Neuinszenierung von Peer Gynt in Berlin wird dieses Erbe weiterführen.

Quelle