DGB fordert verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer
Niklas NeumannDGB fordert verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) setzt sich für eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein. DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi betont, dass Arbeitgeber sich an den Kosten beteiligen müssten, statt die volle Last den Beschäftigten aufzubürden. Die Gewerkschaft plant, bis Ende des Monats detaillierte Vorschläge vorzulegen.
Fahimi unterstrich, dass die betriebliche Altersvorsorge als Ergänzung zur gesetzlichen Rente dienen solle. Sie bestand darauf, dass Arbeitgeber sich finanziell beteiligen müssten, und verwies dabei auf Modelle in anderen europäischen Ländern. In vielen dieser Staaten übersteigen die Pflichtbeiträge zur Altersvorsorge 20 Prozent – wobei Arbeitgeber oft einen größeren Anteil tragen als die Arbeitnehmer.
Der DGB strebt an, diese Rentenansprüche über Tarifverträge für seine Mitglieder auszuhandeln. Für nicht tarifgebundene Unternehmen schlägt die Gewerkschaft vor, Beschäftigte unter vereinfachten Bedingungen in bestehende Systeme einzubinden. Fahimi räumte mögliche Widerstände ein und verwies auf die angespannte finanzielle und wirtschaftliche Lage.
Aktuell verfügen rund 20 Millionen deutsche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über keine betriebliche Altersvorsorge. Die meisten arbeiten in Betrieben ohne Tarifbindung. Fahimi argumentierte, dass das vorgeschlagene System im Vergleich zu europäischen Standards keineswegs überzogen sei.
Der DGB wird noch vor Monatsende konkrete Pläne für die verpflichtende betriebliche Altersvorsorge vorlegen. Sollte das Modell umgesetzt werden, würde es Millionen von Beschäftigten ohne betriebliche Rente absichern. Arbeitgeber wären dann verpflichtet, sich zu beteiligen – und würden so einen Teil der finanziellen Verantwortung von den Arbeitnehmern übernehmen.






