Dieter Nuhr löst mit Aussagen zu Femiziden und Partnerschaftsgewalt eine Welle der Kritik aus
Niklas NeumannDieter Nuhr löst mit Aussagen zu Femiziden und Partnerschaftsgewalt eine Welle der Kritik aus
Der Komiker Dieter Nuhr hat heftige Kritik für Äußerungen in einer Fernsehsendung und auf Social Media geerntet. Im Mittelpunkt seiner umstrittenen Aussagen stand die Verwendung des Begriffs „strukturell“ in der Debatte über Gewalt gegen Frauen. Die Kontroverse kommt zu einer Zeit, in der aktuelle Statistiken zu Femiziden und Partnerschaftsgewalt in Deutschland veröffentlicht wurden.
Am 18. Juni trat Nuhr in der Sendung Nuhr im Ersten XXL auf und veröffentlichte später auf Facebook einen Beitrag zur Diskussion um Femizide. Dabei argumentierte er, dass eine pauschale Verknüpfung aller Männer mit solchen Verbrechen überzogen und ungerecht sei. Zudem behauptete er, die Wahrscheinlichkeit, in einer Beziehung auf einen Femizid-Täter zu treffen, sei „praktisch gleich null“.
Nuhr betonte, er habe sich niemals über Femizide lustig gemacht, und wies Vorwürfe zurück, das Thema zu verharmlosen. Gleichzeitig schlug er vor, dass eine bessere Kenntnis des Partners vor einer intimen Beziehung die Sicherheit erhöhen könnte – sein Hauptaugenmerk lag jedoch auf der Kritik am „strukturellen“ Vorwurf als pauschale Schuldzuweisung.
Laut Daten des Bundeskriminalamts (BKA) wurden 2024 in Deutschland 328 Mädchen und Frauen getötet. Rund 136.000 Frauen waren im selben Jahr Opfer von Partnerschaftsgewalt – das entspricht fast 80 Prozent aller derartigen Fälle.
Die Debatte spiegelt die anhaltende gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Gewalt gegen Frauen in Deutschland wider. Während offizielle Zahlen das Ausmaß des Problems belegen, haben Nuhrs Äußerungen die öffentliche Diskussion darüber verschärft, wie solche Themen in Medien und gesellschaftlichem Diskurs behandelt werden.
