„Dschungelcamp“-Kandidaten: Von Lügen, Betrug und alten Gerichtsakten
Lukas BauerGerichtliche Akten der Dschungelcamp-Teilnehmer - „Dschungelcamp“-Kandidaten: Von Lügen, Betrug und alten Gerichtsakten
"Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!": Prominente mit juristischen Altlasten
Die deutsche Version von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! hat bereits eine Reihe von Kandidaten mit juristischen Problemen gesehen. Von Betrug und Körperverletzung über falsche Anschuldigungen bis hin zu Antisemitismus-Vorwürfen – mehrere prominente Teilnehmer hatten vor oder nach ihrem Dschungel-Abenteuer mit Gerichtsverfahren zu kämpfen. In dieser Staffel 2026 gesellt sich nun der Musiker Gil Ofarim dazu, dessen eigene juristische Vergangenheit erneut Schlagzeilen macht.
Ofarim, der in der 19. Staffel der Show teilnimmt, wurde 2022 zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt, nachdem er zugegeben hatte, einen antisemitischen Vorfall in einem Leipziger Hotel erfunden zu haben. Der als Davidstern-Affäre bekannte Fall sorgte im Oktober 2021 international für Aufsehen. Trotz der Kontroverse hat Ofarim keine Vorstrafen.
Er ist nicht der erste Kandidat mit einer juristischen Vergangenheit. Schon 2016 trat der Sänger Gunter Gabriel in der Show auf – mit einem langen Strafregister, darunter über 20 Verurteilungen wegen Körperverletzung, Betrugs und Beleidigung eines Beamten. Der Schauspieler Martin Semmelrogge, der in einer späteren Staffel mitwirkte, wurde 2023 sogar die Einreise nach Australien verweigert – wegen seiner Vorstrafen, zu denen Verkehrsdelikte, Urkundenfälschung, Drogenbesitz und Diebstahl zählten.
Betrug ist ein wiederkehrendes Thema unter den Teilnehmern. Der ehemalige Torwart Eike Immel wurde im August 2025 zu zwei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt – wegen 107 Fällen von Betrug. Jens Büchner, ein weiterer Kandidat aus dem Jahr 2017, hatte zwar eine sechsmonatige Haftstrafe wegen Anlagebetrugs erhalten, diese wurde jedoch später zur Bewährung von zwei Jahren ausgesetzt.
Auch Sieger der Show blieben von juristischen Auseinandersetzungen nicht verschont. Ingrid van Bergen, die 2009 zur Dschungelkönigin gekürt wurde, war zuvor wegen Totschlags verurteilt worden. Die Siegerin von 2025, Lilly Becker, musste sich in München vor Gericht verantworten, wo Zahlungen, die sie als Geschenke deklariert hatte, als Darlehen eingestuft wurden. Gina-Lisa Lohfink, die 2017 teilnahm, setzte sich erfolgreich gegen eine Verurteilung wegen falscher Vergewaltigungsvorwürfe zur Wehr. Selbst die Siegerin von 2014, Melanie Müller, wurde zu einer Geldstrafe von 3.500 Euro verurteilt, weil sie Symbole verfassungsfeindlicher Organisationen verwendet hatte.
Die Geschichte der Show ist geprägt von einer Mischung aus Gerichtsprozessen und öffentlichen Skandalen. Teilnehmer wie Ofarim, Gabriel oder Semmelrogge betraten den Dschungel mit juristischen Altlasten im Gepäck. Andere, etwa Lohfink oder Becker, sahen sich nach ihrem Auftritt mit rechtlichen Konsequenzen konfrontiert. Das Muster deutet darauf hin, dass juristische Probleme – ob in der Vergangenheit oder Gegenwart – zu einem wiederkehrenden Merkmal der Show-Teilnehmer geworden sind.
