18 June 2026, 14:13

Düsseldorf verzichtet auf Milliarden-Opernhaus und setzt auf Modernisierung

Es gibt immer noch den bescheidenen Modernismus im Osten und Westen

Düsseldorf verzichtet auf Milliarden-Opernhaus und setzt auf Modernisierung

Düsseldorf hat die Pläne für ein neues, vom Architekturbüro Snøhetta entworfenes Opernhaus im Wert von einer Milliarde Euro aufgegeben. Stattdessen will die Stadt ihr bestehendes Bonatz-Opernhaus für deutlich weniger Geld modernisieren. Die Entscheidung folgt auf steigende Kosten und wachsende Skepsis gegenüber kulturellen Großprojekten in Deutschland.

Ursprünglich hatte Düsseldorf geplant, sein Nachkriegs-Opernhaus durch den Entwurf von Snøhetta zu ersetzen. Doch die geschätzten Baukosten für den Neubau stiegen auf 1,8 Milliarden Euro an, was eine Neubewertung erforderlich machte. Oberbürgermeister Stephan Keller stoppte das Vorhaben schließlich, als die Finanzierungskosten auf rund 800 Millionen Euro anwuchsen.

Nun zeichnet sich eine kostengünstigere Alternative ab: Das Frankfurter Büro raumwerk schlug eine finanziell zurückhaltende Modernisierung des Bonatz-Opernhauses vor, die dessen Kapazität um 25 Prozent erhöhen soll. Die umfassende Sanierung könnte zwischen 400 und 500 Millionen Euro kosten. Derweil fiel das Grundstück am Wehrhahn wieder an die Stadt zurück, die es für 137 Millionen Euro erworben hatte.

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Auch in Rostock gab es eine ähnliche Debatte. Das 1943 erbaute Volkstheater, das später zu einem modernistischen Wahrzeichen der DDR umgestaltet wurde, stand vor einer möglichen Abrissdrohung. Die regierende CDU wollte es durch neue Wohnungen ersetzen, doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin stellte 2022 große Teile des Gebäudes unter Schutz – ein Abriss ist damit unwahrscheinlich.

Düsseldorfs Entscheidung, das Bonatz-Opernhaus zu modernisieren statt neu zu bauen, könnte einen Trend weg von teuren Kulturprojekten in deutschen Städten einläuten. Statt eines Neubaus wird das Haus nun umfassend saniert. Der Schritt spiegelt eine wachsende Vorsicht angesichts explodierender Kosten im öffentlichen Bau wider.

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