Backhaus: Ländliche Regionen dürfen nicht vernachlässigt werden - EU-Kürzungen bedrohen Landwirte: Millionenverluste ab 2028 drohen
Landwirte in ganz Europa stehen vor massiven Kürzungen der Fördergelder, da die EU plant, die Agrarsubventionen ab 2028 drastisch zu reduzieren. Die vorgeschlagenen Änderungen, die Teil einer umfassenden Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sind, könnten den ländlichen Regionen Hundertmillionen Euro entziehen. Allein Mecklenburg-Vorpommern müsste mit Verlusten von über 160 Millionen Euro pro Jahr rechnen – mehr als 1.000 Betriebe wären direkt von den Streichungen betroffen.
Hintergrund der geplanten Kürzungen sind neue Budgetobergrenzen und ein System der degressiven Stafflung, das vor allem größere Landwirtschaftsbetriebe trifft. Der Ökonom Gabriel Felbermayr fordert sogar noch tiefgreifendere Reformen und plädiert dafür, die Landwirtschaft in den EU-Emissionshandel einzubinden. Dieser Schritt würde den Sektor schrittweise von Subventionen lösen und stattdessen marktgesteuerte Mechanismen stärken – mit besonders harten Folgen für Regionen in Mittel- und Osteuropa, wo die Landwirtschaft stark von Direktzahlungen abhängt.
Auf der Agrarministerkonferenz dreht sich die Debatte nun um die Zukunft der GAP nach 2028. Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus warnt, die Kürzungen hätten verheerende Auswirkungen auf ländliche Gemeinden. Die GAP gilt als zentrales Instrument der EU für die Entwicklung des ländlichen Raums und finanziert weit mehr als nur Agrarbeihilfen: Sie sichert Infrastrukturprojekte, Umweltprogramme und lokale Arbeitsplätze.
Neben der Subventionsdebatte steht auch die Düngemittelregulierung auf der Agenda. Aktuelle Gerichtsurteile haben bei Landwirten Rechtsunsicherheit ausgelöst, was zu Forderungen nach schnellen Anpassungen führt. Backhaus, unterstützt von Vertretern Brandenburgs, wird sich für klarere und praxistauglichere Vorschriften einsetzen, um den Betrieben in der Umbruchsphase Planungssicherheit zu geben.
Die Reformen werden die Landwirtschaft in Europa grundlegend verändern. Mecklenburg-Vorpommern müsste mit Einbußen von über 160 Millionen Euro jährlich an EU-Fördermitteln rechnen, mehr als 1.000 Betriebe in der Region wären betroffen. Gleichzeitig erhöht die unklare Rechtslage bei Düngemitteln den Druck. Die Ergebnisse der Ministerberatungen werden entscheiden, wie sich ländliche Gemeinden an die finanziellen und regulatorischen Herausforderungen der Zukunft anpassen können.






