Expertenkommission schlägt radikale Gesundheitsreform gegen Milliarden-Defizit vor
Lukas BauerExpertenkommission schlägt radikale Gesundheitsreform gegen Milliarden-Defizit vor
Eine von der Regierung eingesetzte Expertenkommission hat weitreichende Reformen im Gesundheitswesen vorgeschlagen, um eine wachsende Finanzkrise zu bewältigen. Ohne Änderungen droht dem System bis 2027 ein Fehlbetrag von 15 Milliarden Euro und bis 2030 von über 40 Milliarden Euro. Der vollständige Bericht ist nun auf der Website des Gesundheitsministeriums abrufbar.
Der Plan der Kommission zielt darauf ab, die Kosten im kommenden Jahr um 42 Milliarden Euro und bis 2030 um 64 Milliarden Euro zu senken. Eine zentrale Maßnahme sieht vor, dass vor planbaren Knieoperationen eine zweite ärztliche Meinung eingeholt werden muss – dies könnte unnötige Eingriffe deutlich reduzieren. Zudem sollen Patienten mehr für verschreibungspflichtige Medikamente zahlen, was zusätzliche Einsparungen von rund 4 Milliarden Euro bringen würde.
Ärzte, Krankenhäuser und Pharmaunternehmen würden durch gekürzte Vergütungen und Effizienzmaßnahmen 19 Milliarden Euro beisteuern. Weitere 12 Milliarden Euro sollen aus Bundessteuermitteln fließen, um die Versicherungskosten für Grundsicherungsempfänger zu decken. Die verbleibenden Einsparungen würden durch höhere Tabak- und Alkoholsteuern sowie eine neue Abgabe von 32 Cent auf zuckerhaltige Getränke erzielt.
Gleichzeitig müssten Versicherte und ihre Arbeitgeber höhere Beiträge leisten – im nächsten Jahr zusätzlich 260 Euro, bis 2030 sogar 680 Euro. Die Reformen zielen sowohl auf die Bekämpfung von Verschwendung als auch auf neue Einnahmequellen ab, um das System zu stabilisieren.
Bei vollständiger Umsetzung könnten die Vorschläge die Finanzierungslücke schließen und tiefgreifendere Defizite verhindern. Die Änderungen würden die Kosten auf Patienten, Arbeitgeber und Branchen verlagern und gleichzeitig strengere Kontrollen bei medizinischen Eingriffen einführen. Das Gesundheitsministerium hat noch nicht bestätigt, welche Empfehlungen übernommen werden.






