FDP Hessen plant radikale Sparreformen: Schulen stärken, Verwaltung verschlanken
Niklas NeumannLandeshaushalt 2026: FDP will Abschaffung von Regierungspräsidien fordern - FDP Hessen plant radikale Sparreformen: Schulen stärken, Verwaltung verschlanken
Die hessische FDP hat ein Paket mit Spar- und Reformvorschlägen für das Land vorgelegt. Die Pläne umfassen zusätzliche Mittel für benachteiligte Schulen, Personalabbau in der Landesverwaltung sowie einen Schub für die digitale Transformation. Die Parteiführung betont, dass die Maßnahmen Millionen einsparen und gleichzeitig die öffentlichen Dienstleistungen verbessern sollen.
Die Freien Demokraten wollen die Förderung der 320 Startchancen-Schulen in Hessen ausbauen – jene Einrichtungen, die vor den größten Herausforderungen stehen. Jede dieser Schulen soll zusätzlich 63.750 Euro sowie eine halbe Stelle für eine Sozialarbeiterin oder einen Sozialarbeiter erhalten. Noch unklar ist, wie viele Schulen seit 2023 tatsächlich von den zusätzlichen Personalstellen profitieren.
Um die Ausgaben zu senken, schlägt die FDP vor, den Personalbestand in den Ministerien jährlich um vier Prozent durch natürliche Fluktuation zu verringern. Diese schrittweise Reduzierung würde über ein Jahrzehnt hinweg mehr als 600 Millionen Euro einsparen. Zudem pocht die Partei auf die vollständige Digitalisierung aller Verwaltungsprozesse, einschließlich des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz, um Abläufe effizienter zu gestalten.
Weitere Reformen zielen auf die Struktur der hessischen Landesverwaltung ab. Die FDP plant, die drei Regierungspräsidien in Darmstadt, Gießen und Kassel schrittweise abzuschaffen. Darüber hinaus fordert die Partei eine Überprüfung der 49 direkten Landesbeteiligungen an Unternehmen – das Weingut Kloster Eberbach soll dabei privatisiert werden.
Die Vorschläge sollen Bürokratie abbauen und mehr Ressourcen in Bildung sowie Modernisierung lenken. Falls umgesetzt, würden die Änderungen die hessische Verwaltung und die öffentlichen Dienstleistungen in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Einen detaillierten Zeitplan für die einzelnen Reformvorhaben hat die FDP bisher jedoch nicht vorgelegt.
