Geisterinsel der DDR-Marine für 60.000 Euro versteigert – doch was darf der Käufer damit anfangen?
Emma WernerGeisterinsel der DDR-Marine für 60.000 Euro versteigert – doch was darf der Käufer damit anfangen?
Verlassene Militärinsel vor Deutschlands Küste für 60.000 Euro versteigert
Die verlassene künstliche Insel Ostervilm im Greifswalder Bodden, einst eine gesperrte Marinebasis der DDR, wechselte für 60.000 Euro den Besitzer. Doch der neue Eigentümer sieht sich strengen rechtlichen Auflagen gegenüber – eine Nutzung oder Bebauung ist kaum möglich.
Die Insel, die auf 600 Holzpfählen errichtet wurde und aus einem mit Eisenplatten und verwittertem Holz verkleideten Betongerüst besteht, war mit einem Startgebot von 39.000 Euro in die Versteigerung gegangen. Am 4. Juni 2023 endete die Auktion mit dem endgültigen Gebot von 60.000 Euro.
Bis 1989 nutzte die Volksmarine der DDR die Anlage. Nach der Wiedervereinigung verfiel sie zusehends und blieb als Ruine in der Lagune bei Vilm zurück. Vergleichbare Marineeinrichtungen in Kiel und Wilhelmshaven werden bis heute von der Deutschen Marine betrieben.
Trotz ihres ungewöhnlichen Reizes ist Ostervilm als „Außenbereich“ klassifiziert – eine dauerhafte Besiedlung ist damit ausgeschlossen. Der neue Eigentümer darf die Insel rechtlich nicht bewohnen, da es weder sicheren Zugang noch grundlegende Infrastruktur gibt. Selbst bei Bauvorhaben wäre eine Baugenehmigung an einen gültigen Bebauungsplan geknüpft – etwas, das Experten in dieser exponierten Lage für unwahrscheinlich halten.
Die rechtlichen Hürden lassen dem Käufer kaum praktische Handlungsmöglichkeiten. Der Kauf wird als „Katz im Sack“ bezeichnet: Die Insel bleibt vor allem eine Kuriosität ohne klare Zukunftsperspektive.
Der Verkauf von Ostervilm zeigt die Schwierigkeiten auf, die mit der Nachnutzung ehemaliger Militärstandorte verbunden sind. Ohne legale Zugangs- oder Baurechte bleibt die Insel ein Relikt des Kalten Krieges – ein Stück Geschichte mit mehr symbolischem als praktischem Wert.






