Gil Ofarim gewinnt Dschungelcamp – doch der Antisemitismus-Skandal bleibt sein Schatten
Lukas BauerOfarim ärgerlich über eigene Äußerungen zum Prozess - Gil Ofarim gewinnt Dschungelcamp – doch der Antisemitismus-Skandal bleibt sein Schatten
Gil Ofarim hat die aktuelle Staffel von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! gewonnen und trägt nun den Titel "Dschungelkönig". Sein Sieg kommt Jahre nach einem viel beachteten Gerichtsverfahren, in dem er fälschlicherweise einen Leipziger Hotelmitarbeiter des Antisemitismus bezichtigt hatte. Die Affäre wurde während seiner Teilnahme an der Show wieder aufgegriffen und löste unter Zuschauern wie Mitkandidaten hitzige Debatten aus.
Der Skandal begann 2021, als Ofarim ein Instagram-Video veröffentlichte, in dem er behauptete, ein Hotelangestellter habe antisemitische Äußerungen getätigt. Später zog er die Anschuldigung zurück und gab in einem Urteil von 2023 zu, dass die Vorwürfe haltlos waren. Das Leipziger Gericht verurteilte ihn wegen übler Nachrede zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro. Der zu Unrecht beschuldigte Mitarbeiter äußerte öffentlich seine Verbitterung darüber, dass Ofarim sich weiterhin als Opfer darstelle.
Während seines Auftritts in der RTL-Realityshow sah sich Ofarim mit Kritik seiner Camp-Kollegen konfrontiert, weil er Fragen zum Fall auswich. Zudem deutete er an, die Sicherheitsaufnahmen des Hotels könnten manipuliert worden sein – eine Aussage, die auf weitere Skepsis stieß. Später präzisierte er, seine Äußerungen basierten lediglich auf öffentlich diskutierten Details, nicht auf Insiderwissen.
Nach seinem Sieg in der Show bekannte Ofarim, es zu bereuen, den Prozess in einer nationalen Fernsehsendung thematisiert zu haben. Seine öffentliche Entschuldigung im Februar 2026 in der Sendung Punkt 12 markierte einen weiteren Wendepunkt, doch die Reaktionen blieben gespalten. Manche Zuschauer sahen sie als überfällig an, andere zweifelten, ob sie das angerichtete Leid ausreichend würdige.
Ofarims Sieg bei Ich bin ein Star und seine spätere Entschuldigung haben die öffentliche Wahrnehmung – zumindest teilweise – verändert. Der Hotelmitarbeiter, der stets seine Unschuld betonte, hat von Ofarim bisher keine direkte Anerkennung über die gerichtlich verfügte Strafe hinaus erhalten. Der Fall bleibt ein zentraler Bezugspunkt in Debatten über Verantwortung und die Folgen falscher Anschuldigungen.
