Gorleben bleibt Atomlager – 20 Jahre länger als geplant
Deutschlands Zwischenlager für Atommüll in Gorleben muss 20 Jahre länger als geplant betrieben werden
Ein Antrag auf Verlängerung der Betriebsgenehmigung bis 2054 – statt wie ursprünglich vorgesehen bis 2034 – wurde eingereicht. Der Schritt erfolgt, während die Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Abfall über die gesetzliche Frist von 2031 hinaus verzögert wird.
Im Zwischenlager Gorleben lagern derzeit 113 CASTOR-Behälter mit hochradioaktivem Abfall, darunter abgebrannte Brennelemente und Wiederaufarbeitungsrückstände. Diese wurden in 13 Transporten zwischen 1995 und 2011 angeliefert. Die Anlage wurde Anfang der 1980er-Jahre errichtet und weist mit 50 Zentimeter dicken Wänden und einer 20 Zentimeter starken Deckenschicht dünnere Baustrukturen auf als moderne Standorte.
Der Betreiber BGZ verstärkt die Anlage seit 2024. Aktuell entsteht eine zehn Meter hohe Barriere aus Stahlbeton um das Lager. BGZ betont, die Verlängerung sei sicher, und verweist auf laufende behördliche Aufsicht sowie verpflichtende Sicherheitsüberprüfungen alle zehn Jahre.
Die Bearbeitung des Antrags obliegt dem Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung. Kritik kommt jedoch von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüneburg-Dannenberg. Die Gruppe zweifelt die langfristige Stabilität des Standorts und die Sicherheit der gelagerten Behälter an.
Mit der Verlängerung bliebe Gorleben bis 2054 in Betrieb – ein Zeichen für die stockende Suche nach einem Endlager. Solange kein finales Lager verfügbar ist, bleibt die Zwischenlagerung unverzichtbar.
