07 April 2026, 16:16

Jugendliche aus Halle schaffen Gedenktafel für 155 Shoah-Opfer aus ihrer Stadt

Gedenktafel an einer Gebäudewand angebracht mit "Gedenktafel für die Opfer des Holocaust" in fetter Schrift, umgeben von einem dekorativen Rahmen, aus dunklem Material hergestellt.

Jugendliche aus Halle schaffen Gedenktafel für 155 Shoah-Opfer aus ihrer Stadt

Eine Gruppe junger Menschen aus Halle hat Geld gesammelt, um eine Gedenktafel für 155 jüdische Opfer aus ihrer Stadt zu schaffen. Die Opfer waren während der Shoah in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort ermordet worden. Die Tafel, die mit Unterstützung eines lokalen Comic-Künstlers gestaltet wurde, soll bis Juni 2026 an der Gedenkstätte angebracht werden.

Die Jugendlichen organisierten monatelang Schrottmetall-Sammlungen und Spendenaktionen, um das Projekt zu finanzieren. Ihre Bemühungen münden in eine von einem Halleschen Steinmetz gefertigte Gedenktafel, die an das Leben der deportierten Männer, Frauen und Kinder erinnert.

Das Design der Tafel, das in Zusammenarbeit mit dem Comic-Künstler Nils Oskamp entstand, zeigt zwei Hände, die zueinander greifen. Die kleinere Hand steht für die 16 Monate alte Chana Baer, das jüngste bekannte Opfer aus Halle. Die größere Hand symbolisiert Familien wie die Baers und die Sachs, die sich während der Deportationen gegenseitig zu stützen versuchten.

Die Initiative ist Teil des Projekts "Tagebuch der Gefühle", das junge Menschen dazu anregt, sich mit der Geschichte der Shoah auseinanderzusetzen. Die Teilnehmer verfassen persönliche Reflexionen über die Biografien der Opfer und vertiefen so ihre Verbindung zur Vergangenheit. Im Juni 2026 plant die Gruppe eine Bildungsreise nach Sobibor, um die Anbringung der Tafel mitzuerleben und mehr über die Geschichte des Ortes zu erfahren.

Projektleiter Andreas Dose betonte das Engagement der Jugendlichen, die die Spendenaktionen und die Aufklärungskampagne eigenverantwortlich vorantrieben. Ihre Arbeit stellt sicher, dass die Geschichten der Opfer auf sinnvolle Weise bewahrt bleiben. Die Tafel wird im Gedenkbereich des ehemaligen Lagers Sobibor stehen und als dauerhafte Ehrung für die 155 jüdischen Menschen aus Halle dienen.

Das Projekt hinterlässt auch bei den jungen Teilnehmern einen bleibenden Eindruck, die sich aktiv für die Bewahrung der lokalen Geschichte eingesetzt haben. Ihre Reise im Jahr 2026 wird den Abschluss einer jahrelangen Anstrengung markieren, um der Verstorbenen zu gedenken.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle