Koblenzer Eltern verzweifelt: Keine Kinderärzte mehr in Sicht
Eltern in Koblenz und Umgebung kämpfen um kinderärztliche Versorgung
Familien in Koblenz und der umliegenden Region finden kaum noch ärztliche Betreuung für ihre Kinder. Viele müssen weite Anfahrtswege in Kauf nehmen oder erhalten schlicht Absagen, wenn sie nach einem Arztplatz suchen. Der Mangel treibt die Eltern in die Verzweiflung – manche reagieren wütend, wenn ihre Hilfegesuche abgelehnt werden.
In der Praxis von Dr. Martin Schwenger in Koblenz werden wöchentlich rund 500 junge Patientinnen und Patienten behandelt. Doch trotz der hohen Nachfrage nimmt die Praxis keine neuen Familien mehr auf. Der Grund: Ein massiver Fachkräftemangel macht es unmöglich, zusätzliche Fälle zu übernehmen.
Das Problem beschränkt sich nicht auf diese eine Einrichtung. Sämtliche Praxen im regionalen Netzwerk teilen sich mittlerweile die Notfalldienste, um die Belastung zu bewältigen. Gleichzeitig reduzieren lokale Krankenhäuser die Zahl der Kinderbetten – für die Familien schrumpfen die Versorgungsmöglichkeiten damit weiter.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Josef Oster besuchte kürzlich eine Koblenzer Kinderarztpraxis, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Manche Eltern legen mittlerweile bis zu 50 Kilometer zurück, nur um einen Termin zu bekommen. Absagen lösen oft Wut aus; in Einzelfällen kommt es sogar zu Drohungen oder aggressiven Ausbrüchen.
Die Krise in der kinderärztlichen Versorgung zeigt in Koblenz keine Anzeichen einer Besserung. Die Praxen sind überlastet, Krankenhäuser dünnen ihr Angebot wegen Personalmangels weiter aus. Für die Familien bleibt vorerst nur die Wahl: lange Anfahrten auf sich nehmen oder akzeptieren, dass ihre Kinder vor Ort keine medizinische Betreuung erhalten.






