13 March 2026, 16:39

Koblenzer OB-Wahl: Wie zwei Unbekannte die Kandidatenliste durcheinanderbrachten

Ein grüner Zettel mit der Aufschrift "Elections municipales" vor einem weißen Hintergrund.

Koblenzer OB-Wahl: Wie zwei Unbekannte die Kandidatenliste durcheinanderbrachten

Die anstehende Oberbürgermeisterwahl in Koblenz hat eine unerwartete Wendung genommen, nachdem zwei weitgehend unbekannte Kandidaten auf dem Stimmzettel erschienen. Einer wurde bereits disqualifiziert, während der andere trotz Zweifel an seinen Siegchancen im Rennen bleibt. Die Situation wirft Fragen auf, wie die Kandidaten geprüft und zugelassen wurden.

Die Wahl, die für den 26. März 2026 angesetzt ist, wird entscheiden, wer die amtierende Oberbürgermeisterin Ulrike Mohrs ablöst. Ursprünglich waren vier Bewerber auf der Liste – doch einer wurde inzwischen gestrichen, nachdem er grundlegende Wahlvoraussetzungen nicht erfüllte.

Arian Tavasoli wurde von der Kandidatenliste genommen, nachdem Behörden bestätigten, dass er weder deutscher Staatsbürger noch EU-Bürger ist. Seine Aufnahme hatte bereits für Aufsehen gesorgt, als er behauptete, im Falle seiner Wahl "knapp unter einer Million Euro" an AfD-Mitglieder, Koblenzer Bürger und Rentner verteilen zu wollen. Tavasoli gab zudem an, sich sowohl mit der AfD als auch der CDU verbunden zu fühlen, doch sein Antrag auf einen Partebeitritt bei der CDU wurde abgelehnt.

Ralf Devant, der andere unbekannte Name auf dem Wahlzettel, bleibt dagegen im Rennen. Der selbsternannte unabhängige IT-Unternehmer hat keine politische Erfahrung in Koblenz. Devant spricht offen über sein Leben mit einer schweren Behinderung und erklärt, seine politischen Positionen lägen näher an der SPD als an der CDU. Sein Wahlkampf konzentriert sich darauf, Verwaltungsabläufe zu verschlanken, um sie effizienter und bürgerfreundlicher zu gestalten.

Trotz der Aufmerksamkeit gelten Devants Siegchancen als gering. Dagmar Kranz von der CDU geht mit starker Unterstützung durch die bestehenden politischen Mehrheiten ins Rennen. Bisher wurden keine konkreten Pläne Devants für die Stadt veröffentlicht.

Die Aufnahme zweier Außenseiter – von denen einer gar nicht wählbar war – hat die Stadtverwaltung in die Kritik gebracht. Nun wird hinterfragt, wie die ursprüngliche Kandidatenliste genehmigt wurde und ob ausreichende Überprüfungen stattfanden.

Die Wahl wird mit drei verbleibenden Bewerbern, darunter Devant, fortgesetzt, auch wenn ein Überraschungssieg ohne politische Rückendeckung unwahrscheinlich erscheint. Die Disqualifizierung Tavolis hat Lücken im Prüfverfahren offenbart, die die Behörden möglicherweise vor künftigen Wahlen schließen müssen. Der Wahlausgang wird zwar weiterhin zugunsten der etablierten Parteien erwartet, doch die Kontroverse hat der Kampagne eine unerwartete Dynamik verliehen.

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