10 February 2026, 06:32

Kölner Karneval setzt auf Pferde – doch Bonn sagt Nein zu der umstrittenen Tradition

Ein Bild eines Karnevalsumzugs mit Menschen in bunten Kostümen, die auf Pferden vor einem geschmückten Festwagen reiten, unter einem klaren blauen Himmel mit Bäumen im Hintergrund.

Pferde beim Rosenmontagsumzug in Köln? Ein Für und Wider - Kölner Karneval setzt auf Pferde – doch Bonn sagt Nein zu der umstrittenen Tradition

Pferde sind seit langem ein zentraler Bestandteil der Karnevalsumzüge in Deutschland – doch wachsende Bedenken um ihr Wohl bringen Bewegung in die Tradition. Während Köln für seinen Rosenmontagszug rund 230 Pferde plant, hat das benachbarte Bonn die Tiere bereits aus seinen Feierlichkeiten verbannt. Die Diskussion zeigt, wie unterschiedlich Städte mit Brauchtum, Sicherheit und Tierschutz umgehen.

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Jahrzehntelang zogen Pferde die Zuschauer beim Kölner Rosenmontagszug in ihren Bann. In diesem Jahr werden etwa 230 Tiere erwartet. Doch die Tradition steht zunehmend in der Kritik, etwa von Tierschutzorganisationen wie PETA und dem Deutschen Tierschutzbund. Sie argumentieren, dass Lärm, fliegende Kamelle und das Gedränge bei den Umzügen unnötigen Stress und Verletzungsrisiken für die Tiere mit sich bringen.

Das Festkomitee des Kölner Karnevals hat darauf mit strengeren Regeln reagiert: Pferdeführer müssen nun Qualifikationsprüfungen ablegen, und die Tiere werden gezielt auf die Umzugsbedingungen vorbereitet. Vorgeschrieben sind zudem Pausen, erfahrenes Personal und eine schrittweise Gewöhnung an die Reize. Dennoch gab es in der Vergangenheit Vorfälle – 2018 etwa rissen sich erschreckte Kutschpferde los und verletzten mehrere Menschen. Seither ist es Pferden verboten, neben Musikgruppen herzulaufen.

Bonn ging 2021 einen radikaleren Weg: Der dortige Karnevalsausschuss beschloss, Pferde komplett aus den Umzügen zu verbannen – aus Sorge vor Verletzungen durch geworfene Süßigkeiten und das allgemeine Chaos. Die Reaktionen fielen gespalten aus: Manche bedauerten den Schritt, andere begrüßten ihn. Bisher ist keine weitere deutsche Stadt Bonn gefolgt, sodass Köln zu den letzten großen Verteidigern der Tradition zählt.

Die Zukunft der Pferde in Karnevalsumzügen bleibt ungewiss. Köln hält an der Tradition fest – wenn auch mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen –, während Bonn als einzige Stadt ein generelles Verbot durchsetzt. Tierschützer fordern unterdessen bundesweit ein Ende des Einsatzes von Pferden und verweisen auf die anhaltenden Risiken für Tiere und Zuschauer gleichermaßen.