20 April 2026, 22:15

Komponist Peter Ruzicka verklagt GEMA wegen geplanter Reform der Musik-Tantiemen

Schwarze und Weiße Notenblätter für Johann Sebastian Bachs Symphonie Nr. 4 in G-Dur, Op. 63, mit einem Stempel in der rechten unteren Ecke, der "Di-Arezzo Co UK" lautet.

Komponist Peter Ruzicka verklagt GEMA wegen geplanter Reform der Musik-Tantiemen

Der Komponist Peter Ruzicka hat rechtliche Schritte gegen die GEMA, Deutschlands größte Verwertungsgesellschaft für Musikurheberrechte, eingeleitet. Er wehrt sich gegen eine geplante Reform, die seiner Ansicht nach die Einnahmen von Komponisten drastisch kürzen und die Zukunft der ernsten Musik gefährden werde.

Ruzicka hat beim Bundeskartellamt Beschwerde eingereicht und wirft der GEMA vor, ihre marktbeherrschende Stellung auszunutzen. Die geplanten Änderungen verstoßen seiner Meinung nach gegen Diskriminierungsverbote und würden das durchschnittliche Jahreseinkommen der Komponisten um 70 Prozent senken.

Die unter dem Titel "Die neue Kulturförderung" bekannte Reform soll auf der GEMA-Mitgliederversammlung am 6. und 7. Mai 2026 zur Abstimmung stehen. Ruzicka fordert ein sofortiges Missbrauchsverfahren sowie einstweilige Maßnahmen, um die Abstimmung zu verhindern. Er warnt, dass sinkende Tantiemen junge Komponisten daran hindern würden, das Stimmrecht zu erlangen – und damit ihren Einfluss weiter schwächen.

Die geplante Neuregelung bezeichnet Ruzicka als "vernichtenden Schlag gegen die ernste Musik" und behauptet, sie bedrohe das Überleben klassischer und zeitgenössischer Komposition. Mit seiner Klage will er die Reform vor der Abstimmung stoppen.

Das Ergebnis von Ruzickas Beschwerde könnte die GEMA-Reform verzögern oder grundlegend verändern. Falls erfolgreich, könnte der Fall eine Überprüfung der Tantiemenverteilung unter Komponisten erzwingen. Zudem wird sich zeigen, ob die geplante Abstimmung im nächsten Jahr wie vorgesehen stattfindet.

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