08 March 2026, 14:15

Kristi Noem tritt als US-Heimatschutzministerin nach Skandalen zurück

Porträt von George Clinton, dem verstorbenen Gouverneur von New York, der einen Anzug trägt und ernst dreinschaut, direkt in die Kamera blickt, mit dem Text 'George Clinton' unten.

Kristi Noem tritt als US-Heimatschutzministerin nach Skandalen zurück

Kristi Noem hat nach monatelangen Kontroversen ihr Amt als US-Heimatschutzministerin aufgegeben. Ihr Rückzug folgt auf massive Kritik an ihrer Führung, ihrem persönlichen Verhalten und ihrer Handhabung der Migrationspolitik. Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem republikanische Strategen besorgt sind über ihren Einfluss auf die anstehenden Zwischenwahlen im Herbst.

Noems Probleme begannen mit ihrer Umsetzung der Massenabschiebungspläne der Trump-Regierung. Kritiker warfen ihr zudem vor, eine 220-Millionen-Dollar-teure Werbekampagne für die Grenzsicherheit beworben zu haben, in der sie selbst prominent in Erscheinung trat. Weitere Vorwürfe kamen auf, als während einer Kongressanhörung Fragen zu einer angeblichen Affäre mit dem leitenden Berater Corey Lewandowski aufkamen.

Ihr Ansehen litt zusätzlich unter umstrittenen Äußerungen im Anschluss an die tödlichen Schüsse auf Renee Good und Alex Pretti. Die öffentliche Empörung verstärkte sich, als Saturday Night Live sie in einer Satiresendung parodierte und damit die Ablehnung in der Bevölkerung noch verstärkte. In der Folge wurde sie in eine weniger einflussreiche Position als Sondergesandte für den "Schild der Amerikas" versetzt – ein Schritt, der weithin als Degradierung gewertet wurde.

Als ihr Nachfolger wurde der Senator aus Oklahoma, Markwayne Mullin, nominiert. Seine Bestätigung gilt als Formsache und wird auch vom demokratischen Senator John Fetterman unterstützt. Stand Anfang März 2026 sind unter Mullins Nominierung keine unmittelbaren politischen Kurswechsel bekannt geworden. Dennoch bleiben Trumps strenge Migrationsmaßnahmen – darunter die anhaltende Aussetzung der Neuansiedlung von Flüchtlingen – trotz laufender Haushaltsstreitigkeiten im Heimatschutzministerium in Kraft.

Noems Abgang hinterlässt die Republikaner in Sorge um die Zwischenwahlen im November. Migration, einst ein zentrales und starkes Thema der Partei, hat sich unter ihrer Führung zu einem politischen Risikofaktor entwickelt. Gleichzeitig deutet Mullins Ernennung nicht auf eine baldige Änderung der bestehenden Grenz- und Migrationspolitik hin.

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