Kulturminister Weimer in der Kritik: Alte Gedichtsammlung mit frauenfeindlichen Inhalten aufgetaucht
Niklas NeumannKulturminister Weimer in der Kritik: Alte Gedichtsammlung mit frauenfeindlichen Inhalten aufgetaucht
Kulturminister Wolfram Weimer steht in der Kritik, nachdem eine frühe Gedichtsammlung von ihm wiederaufgetaucht ist. Die Hackerin und Aktivistin Martha Root übergab das Buch an die Deutsche Nationalbibliothek – ausgerechnet jener Einrichtung, deren Ausbau Weimer noch in diesem Jahr gestoppt hatte.
Im März hatte Weimers Ministerium die Erweiterung der Bibliothek blockiert mit der Begründung, physische Mediensammlungen seien überholt. Die Entscheidung sorgte für Aufsehen, besonders nachdem Roots jüngste Aktion Weimers frühes Werk in den Fokus rückte.
Root beschaffte sich ein Exemplar von Kopfpilz, Weimers 1986 selbstveröffentlichtem Lyrikband. Das Buch enthält derbe und beleidigende Gedichte, teilweise mit frauenfeindlichen Inhalten. Sie stellte eine digitalisierte Version auf Archive.org ein und machte sie damit öffentlich zugänglich.
Zudem plant Root, ein physisches Exemplar zu versteigern, um die Initiative Lesen Hilft zu unterstützen, die linksgerichtete Buchhandlungen fördert. Ihre Aktion folgt auf ihre Infiltration der rechtsextremen Dating-Plattform White Date im Dezember 2022. Root argumentiert, dass Weimers Schweigen zu seinem Frühwerk angesichts seiner heutigen Rolle in der Kulturpolitik bedenklich sei.
Das gespendete Buch verbleibt in der Bibliothek, deren Ausbau Weimer verhindern wollte. Roots Kritik wirft Fragen nach möglichen Interessenkonflikten in seiner Politik auf. Die Debatte über seine Vergangenheit und aktuelle Entscheidungen nimmt weiter an Fahrt auf.






