Leipzig schaltet Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk ans Netz – ein Meilenstein für die Wärmewende
Niklas NeumannLeipzig schaltet Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk ans Netz – ein Meilenstein für die Wärmewende
Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk in Leipzig offiziell eröffnet
In Leipzig hat offiziell Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk seinen Betrieb aufgenommen. Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter schaltete während der Inbetriebnahme 13.200 Solarkollektoren ans Netz. Die Anlage markiert einen wichtigen Schritt in der Wärmewende-Strategie der Stadt.
Das Kraftwerk erstreckt sich über 14 Hektar und erreicht eine Spitzenleistung von 41 Megawatt. Es nutzt Vakuumröhrenkollektoren des Marktführers Ritter sowie eine moderne Steuerungstechnik, die den Wasserfluss je nach Sonneneinstrahlung anpasst.
Der Bau dauerte eineinhalb Jahre und kostete rund 40 Millionen Euro, wobei etwa 16 Millionen Euro aus Bundesfördermitteln und anderen Finanzquellen stammten. Vollständig in Betrieb wird die Anlage im Sommer etwa ein Fünftel des Leipziger Wärmebedarfs decken, im Winter einen kleineren Anteil.
Solarthermie kann pro Hektar bis zu dreimal mehr Energie gewinnen als Photovoltaik, mit Wirkungsgraden von bis zu 75 Prozent – abhängig von Kollektortyp und Ausrichtung. Vergleichbare Anlagen gibt es bereits in Dresden-Räcknitz, Potsdam, Mühlhausen und Greifswald.
Leipzigs umfassende Wärmewende umfasst weitere grüne Projekte, darunter ein „Power-to-Heat“-System sowie Pläne, Abwärme aus dem Chemiestandort Leuna ins städtische Netz einzuspeisen.
Die Solarwärme-Kapazität in Deutschland ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Die neu installierte Leistung sank von knapp 500 Megawatt im Jahr 2022 auf 263 Megawatt 2023 und weiter auf 154 Megawatt 2024. Das Leipziger Kraftwerk soll das Potenzial der Solarthermie bei der Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aufzeigen.






