Mainz: Mietpreisbremse für 900 Sozialwohnungen endet bis 2027 – was nun?
Lukas BauerMainz: Mietpreisbremse für 900 Sozialwohnungen endet bis 2027 – was nun?
Mietpreisbremse für fast 900 geförderte Wohnungen in Mainz läuft bis Ende 2027 aus
Bis Ende 2027 fallen die Mietpreisbeschränkungen für nahezu 900 staatlich geförderte Wohnungen in Mainz weg. Betroffen sind Mieter in mehreren Stadtteilen, darunter Finthen, Weisenau und Mombach. Sobald die Regelungen entfallen, dürfen Vermieter die Mieten innerhalb der gesetzlichen Grenzen an die Marktpreise anpassen.
Die erste Welle der Deregulierung betrifft bereits bis Ende 2026 insgesamt 98 Wohnungen, vor allem in Neustadt und Weisenau. Bis Ende 2027 folgt eine größere Gruppe von 768 Wohnungen in Finthen, Weisenau, Gonsenheim und Mombach. Insgesamt verlieren damit 866 Wohnungen in diesem Zeitraum ihre Mietobergrenzen.
Das städtische Wohnungsförderungsamt hat bereits mit einem großen Wohnungsanbieter Gespräche geführt, um Möglichkeiten zu loten, einen Teil der Wohnungen weiterhin den Regeln des sozialen Wohnungsbaus zu unterstellen. Weitere Verhandlungen mit anderen Anbietern sind geplant. Die Stadtverwaltung kann jedoch keine direkten Vorgaben für Mieterhöhungen machen oder Vermieter zwingen, die Preise niedrig zu halten.
Vermieter haben dennoch die Option, die Mietpreisbremse zu verlängern, wenn sie sich an staatlichen Förderprogrammen beteiligen. Dazu zählen etwa der Erwerb von Belegungsrechten oder die Beantragung von Modernisierungsmitteln. Größere Wohnungsunternehmen in Mainz seien laut Angaben mit diesen Möglichkeiten vertraut, doch die genauen Förderkriterien blieben unklar.
Mieter erhalten von ihren Vermietern offizielle Benachrichtigungen über die anstehenden Änderungen. Die Stadt ist in diesen Prozess nicht eingebunden und kann nicht in individuelle Mietanpassungen eingreifen.
Sobald die Mietpreisbremse entfällt, unterliegen die betroffenen Wohnungen den üblichen Marktbedingungen. Vermieter dürfen dann die Mieten erhöhen – vorausgesetzt, sie halten sich an die gesetzlichen Vorgaben. Die Stadt setzt nun darauf, durch freiwillige Teilnahme an Landesprogrammen möglichst viele bezahlbare Wohnungen zu erhalten.






