Mainzer Mieter testen kostenlose Stecker-Solargeräte für Balkone
Wohnbau Mainz testet Stecker-Solargeräte für Mieter: Stromkosten sparen, CO₂ reduzieren
Die Wohnbau Mainz, der städtische Wohnungsanbieter der Stadt, startet ein Pilotprojekt zur Installation von Stecker-Solarbalkonmodulen für ihre Mieter. Fünf Haushalte erhalten die Solarpaneele kostenlos – inklusive Montage und Wartung. Ziel des Vorhabens ist es, die Praxistauglichkeit solcher Anlagen in Mietwohnungen zu erproben und gleichzeitig Stromkosten sowie CO₂-Emissionen zu senken.
Interessierte Mieter müssen zunächst Fotos ihres Sicherungskastens, Stromzählers und Balkons einreichen. Wohnbau Mainz prüft dann, ob die Wohnung für die Solarmodule geeignet ist. Bei einer Auswahl werden die Systeme kostenfrei installiert, wobei der Vermieter sämtliche Betriebs- und Instandhaltungskosten übernimmt.
Teilnehmende verpflichten sich, ihre Stromverbrauchsdaten mindestens zwei Jahre lang bereitzustellen. Zudem müssen sie WLAN-Zugang gewähren, damit die gesammelten Daten übertragen werden können. Alle Informationen werden anonymisiert und ausschließlich für wissenschaftliche und technische Analysen genutzt.
Mit dem Pilotprojekt will Wohnbau Mainz praxisnahe Erkenntnisse darüber gewinnen, wie sich Stecker-Solargeräte in Mietshäusern bewähren. Die Ergebnisse sollen in die Planung künftiger Projekte einfließen – möglicherweise mit dem Ziel, kleine Solaranlagen flächendeckend in den eigenen Bestandswohnungen einzusetzen.
Ähnliche Modellversuche gibt es zwar in anderen Bundesländern, etwa in Nordrhein-Westfalen, wo die Förderung von Solaranlagen auf Mehrfamilienhäusern läuft. Eine genaue Zahl laufender Stecker-Solar-Pilotprojekte ist jedoch nicht bekannt. Ein separates Vorhaben der Bauverein Wesel AG in Wesel testete zwar elektronische Heizkörperregler, hatte aber keinen Bezug zu Balkonsolaranlagen.
Für die teilnehmenden Mieter bietet das Projekt die Chance, eigenen Strom zu erzeugen – ganz ohne Anfangsinvestition. Bei Erfolg könnten die Ergebnisse den Weg für eine breitere Nutzung von Stecker-Solargeräten in Mainzer Mietwohnungen ebnen. Wohnbau Mainz wird die Daten auswerten, bevor über eine mögliche Ausweitung entschieden wird.






