Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Mut im Kampf um Demokratie in Belarus
Lukas BauerSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Mut im Kampf um Demokratie in Belarus
Die belarussische Oppositionsfigur Maria Kolesnikowa hat in einer Feierstunde im Aachener Krönungssaal den Internationalen Karlspreis erhalten. Die Auszeichnung würdigt ihren "außergewöhnlichen Mut" im Kampf für demokratische Rechte und freie Wahlen. Kolesnikowa war fünf Jahre inhaftiert, bevor sie im Dezember 2025 freigelassen wurde.
Kolesnikowa war 2020 wegen ihrer Rolle bei den Massenprotesten gegen den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko zu elf Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt worden. Trotz ihrer Inhaftierung ernannte das Karlspreis-Komitee sie 2022 zur Preisträgerin und ehrte damit ihren Widerstand gegen das autoritäre Regime. Zu den früheren Preisträgern des seit 1950 vergebenen Karlspreises zählen Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton.
Die Verleihung fand am Samstag statt, wo Kolesnikowa die Auszeichnung persönlich entgegennahm. Nach ihrer Freilassung wurde sie von Deutschland aufgenommen und soll nun politisches Asyl erhalten. Unterdessen bleibt Belarus unter Lukaschenkos Kontrolle, während die Unterdrückung von Oppositionsgruppen und Menschenrechtsorganisationen anhält.
Der diesjährige Preis geht an Mario Draghi, den ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank und Italiens Ex-Ministerpräsidenten. Die Auszeichnung lenkt weiterhin den Blick auf Persönlichkeiten, die bedeutende Beiträge zur politischen und sozialen Landschaft Europas geleistet haben.
Kolesnikowas Anerkennung fällt in eine Phase, in der Lukaschenko seine diplomatische Haltung ändert: Er distanziert sich von Putin und sucht eine erneute Annäherung an den Westen. Ihre Freilassung und das Asyl in Deutschland markieren einen Neuanfang nach Jahren der Haft. Der Karlspreis unterstreicht ihre Rolle im Kampf für Demokratie in Belarus.