26 January 2026, 20:45

Merz setzt auf Kernfusion als Energiewunder – doch ist das realistisch?

Ein Plakat mit Text und Bildern von Windmühlen, das den Fortschritt der sauberen Energie- und Offshore-Windindustrie in Amerika seit der Amtseinführung von Präsident Biden hervorhebt.

Merz: Windenergie ist 'Übergangstechnologie' auf dem Weg zur Fusionsenergie - Merz setzt auf Kernfusion als Energiewunder – doch ist das realistisch?

Bundeskanzler Friedrich Merz hat eine ehrgeizige Vision für die Energiezukunft Deutschlands skizziert. Sein Ziel: Die Kernfusion soll innerhalb weniger Jahrzehnte alle anderen Energiequellen ersetzen. Die Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Regierung ihre hochtechnisierte Agenda zur Fusionsforschung vorantreibt.

Merz bezeichnete Windenergie zudem als Übergangslösung und erwartet, dass sie nur noch 10 bis 30 Jahre eine zentrale Rolle spielen werde.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Bei der Kernfusion werden Atomkerne verschmolzen, um gewaltige Energiemengen freizusetzen – ein Prozess, der dem im Inneren von Sternen nachempfunden ist. Im Gegensatz zur herkömmlichen Kernkraft entsteht dabei deutlich weniger radioaktiver Abfall, und das Risiko unkontrollierter Reaktionen ist gering. Dennoch hat trotz jahrzehntelanger Forschung noch kein Fusionsprojekt mehr Energie erzeugt, als es verbraucht.

Der Kanzler zeigt sich überzeugt, dass Deutschland innerhalb von 10 bis 20 Jahren den ersten funktionsfähigen Fusionsreaktor der Welt in Betrieb nehmen wird. Seine Prognose: Sobald dies gelingt, werde Fusionsstrom so günstig sein, dass andere Erzeugungsmethoden überflüssig werden.

Kritiker warnen jedoch, der Fokus auf die Fusion könnte vom Ausbau eines dezentralen Systems erneuerbarer Energien ablenken. Umweltverbände argumentieren, die Abhängigkeit von einer noch nicht ausgereiften Technologie berge die Gefahr falscher Hoffnungen. Die hochtechnisierte Agenda der Regierung sieht zwar den Bau eines Fusionsreaktors vor, doch wurden bisher weder ein konkretes Institut noch ein Unternehmen mit dem Vorhaben in Verbindung gebracht.

Merz' Zeitplan für die Fusionsenergie steht im Kontrast zu den aktuellen Herausforderungen des Bereichs. Sollte die Technologie erfolgreich sein, könnte sie die Energieversorgung Deutschlands revolutionieren. Bis dahin bleibt die Windkraft ein zentraler Baustein der Energiewende – auch wenn der Kanzler sie lediglich als kurzfristige Lösung und nicht als langfristige Antwort betrachtet.