Merz warnt USA vor Handelskrieg und setzt auf China-Kooperation trotz Kritik
Niklas NeumannMerz warnt USA vor Handelskrieg und setzt auf China-Kooperation trotz Kritik
Bundeskanzler Friedrich Merz warnt USA vor Handelskrieg
Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Vereinigten Staaten vor der Auslösung eines Zollkonflikts gewarnt. Seine Äußerungen erfolgen vor einem geplanten Besuch in Washington, wo er mit US-Präsident Donald Trump zusammenkommen wird. Merz signalisierte zudem, dass Deutschland seine Beziehungen zu China vertiefen wolle, kritisierte jedoch gleichzeitig dessen militärisches Vorgehen im Südchinesischen Meer.
In einer aktuellen Stellungnahme betonte Merz, dass Deutschland sich gegen den Einsatz von Zöllen als Instrument der globalen Politik ausspreche. Solche Maßnahmen könnten den Welthandel beeinträchtigen und die Beziehungen zwischen verbündeten Staaten belasten, warnte der Kanzler. Diese Botschaft werde er Trump bei seinem Washington-Besuch persönlich übermitteln.
Merz äußerte sich auch zur Beziehung Deutschlands zu China. Zwar kritisierte er Peking für die "aggressive Ausweitung militärischer Stützpunkte im Südchinesischen Meer", bekräftigte aber gleichzeitig das Interesse Deutschlands an "strategischen Partnerschaften" mit dem Land. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit bleibe Priorität – Berlin setze sich für Freihandel ein und ermutige deutsche Unternehmen zu Investitionen in China.
In sicherheitspolitischer Hinsicht unterstrich der Kanzler Deutschlands Verpflichtung zu einer regelbasierten internationalen Ordnung. Dazu gehöre auch die Stärkung der militärischen Zusammenarbeit in der Indo-Pazifik-Region. Seine Aussagen deuten auf einen ausgewogenen Ansatz hin: wirtschaftliche Vernetzung bei gleichzeitiger Berücksichtigung von Sicherheitsfragen.
Mit Blick auf die Zukunft deutete Merz an, eine zweite Amtszeit als Kanzler anzustreben, und erklärte, er wolle "noch eine ganze Weile bleiben". Zudem kündigte er an, bald nach China zu reisen, um die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern weiter auszubauen.
Der bevorstehende Washington-Besuch Merz' wird sich auf Handelskonflikte und die transatlantischen Beziehungen konzentrieren. Seine Haltung zu Zöllen und China spiegelt Deutschlands Bemühungen wider, wirtschaftliche Interessen mit sicherheitspolitischen Verpflichtungen in Einklang zu bringen. Die künftigen Chinareisen des Kanzlers sowie eine mögliche Wiederkandidatur dürften die deutsche Außenpolitik in den kommenden Jahren prägen.
