Mönchengladbach trotzt dem Wohnungsbau-Crash mit Rekordzahlen
Während der Wohnungsbau in ganz Deutschland stark rückläufig ist, schwimmt Mönchengladbach gegen den Trend. Die Stadt verzeichnete im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg bei neuen Wohnungen – und das, obwohl Nordrhein-Westfalen die niedrigsten Fertigstellungszahlen seit 14 Jahren meldete. Steigende Kosten und höhere Kreditzinsen bremsen die Entwicklung andernorts aus, doch vor Ort scheinen sich die Bemühungen auszuzahlen.
2023 startete Mönchengladbach eine große Wohnungsbauoffensive und pumpte 43 Millionen Euro in das städtische Wohnungsunternehmen WohnBau. Das Ziel: den Bau ankurbeln, zu einer Zeit, in der die Baugenehmigungen in Nordrhein-Westfalen seit 2020 um 27,4 Prozent eingebrochen waren.
Bis 2025 zeigte sich der Erfolg dieser Strategie. Die Genehmigungen für neue Wohnungen stiegen um 73,6 Prozent – ein Wert, der den Landesdurchschnitt bei Weitem übertrifft. Mönchengladbach vollendete 758 Wohnungen, fast dreimal so viele wie im Vorjahr. Mit einer Bauquote von 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner belegte die Stadt unter den kreisfreien Städten Platz drei und lag damit 43 Prozent über dem schwächelnden Landesdurchschnitt von 19,8.
Auch beim sozialen Wohnungsbau legte die Stadt nach. 2024 gab sie 274 Prozent des ursprünglichen Budgets aus – ein krasser Gegensatz zu nur 5 Prozent im Jahr 2021. Im vergangenen Jahr wurden Fördermittel in Höhe von 43,2 Millionen Euro für 218 Wohneinheiten bewilligt, fast so viel wie im Rekordjahr 2024.
Unterdessen ging die Wohnungsbauleistung in Nordrhein-Westfalen insgesamt weiter zurück. 2025 wurden nur 37.185 Wohnungen fertiggestellt, ein Rückgang um 9,4 Prozent gegenüber 2024 und der niedrigste Stand seit 2011.
Mönchengladbachs Investitionen in den Wohnungsbau haben zu einem deutlichen Anstieg neuer Wohnungen geführt und damit den negativen Trend im Land durchbrochen. Mit steigenden Genehmigungen, mehr Fertigstellungen und einer fast rekordhohen Förderung für den sozialen Wohnungsbau sticht die Strategie der Stadt hervor. Anderswo in Nordrhein-Westfalen bleibt der Wohnungsbau unter Druck – durch höhere Kosten und sinkende Genehmigungszahlen.






