11 February 2026, 20:30

Nach tödlichem Angriff auf Zugschaffner: Gewerkschaft fordert dringend mehr Schutz für Bahnmitarbeiter

Eine Gruppe von Polizisten geht auf den Schienen, jeder hält einen Helm in der Hand, mit Strommasten, Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Nach tödlichem Angriff auf Zugschaffner: Gewerkschaft fordert dringend mehr Schutz für Bahnmitarbeiter

Der tödliche Angriff auf einen Zugschaffner in Rheinland-Pfalz hat dringende Forderungen nach besserem Schutz für Bahnmitarbeiter in Deutschland ausgelöst. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert nun strengere Sicherheitsmaßnahmen, nachdem der 36-jährige Serkan C. während einer Ticketkontrolle getötet wurde. Die Tat hat bundesweit Empörung ausgelöst – an Bahnhöfen wurde mit einer Schweigeminute des Opfers gedacht.

Der Vorfall ereignete sich in einem Regionalexpress, wo Serkan C. bei der Ausübung seines Dienstes so schwer verletzt wurde, dass er seinen Verletzungen erlag. Sein Tod wirft ein Schlaglicht auf die wachsenden Gefahren, denen Bahnbeschäftigte ausgesetzt sind: Allein in Deutschland werden jährlich über 3.000 körperliche und verbale Angriffe gemeldet – die Dunkelziffer nicht erfasster Vorfälle ist hoch.

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Die EVG verlangt nun sofortige Maßnahmen: So soll rund um die Uhr mindestens ein zweiköpfiges Schaffner-Team pro Zug eingesetzt werden – auf besonders gefährdeten Strecken mit zwei Waggons sogar vier Personen. Zudem fordert die Gewerkschaft Körperkameras mit Tonaufzeichnung für alle kundenorientierten Mitarbeiter, finanziert durch das Land. Diese Forderungen müssten laut EVG verbindlich im Landesnahverkehrsplan von Rheinland-Pfalz verankert werden, um ihre Umsetzung zu garantieren.

Neben personellen Änderungen pocht die Gewerkschaft auf fairere Tarifregelungen, um Konflikte von vornherein zu entschärfen. Bahnmitarbeiter berichten von extremer Gewalt – von Bespuckungen über Messerbedrohungen bis hin zu handfesten Schlägereien. Die aktuellen Zahlen der Deutschen Bahn zeigen einen besorgniserregenden Anstieg: Allein in Nordrhein-Westfalen gab es 2024 insgesamt 42.986 Angriffe im Regionalverkehr – ein Plus von 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wurden 2025 bereits 111 körperliche Übergriffe registriert.

Die Deutsche Bahn hat zwar bereits Deeskalationstrainings, Selbstverteidigungskurse und Notrufknöpfe eingeführt, doch die EVG hält diese Schritte ohne stärkere rechtliche Absicherung und konsequente Umsetzung für unzureichend.

Die Forderungen der Gewerkschaft kommen zu einer Zeit, in der die Gewalt gegen Bahnmitarbeiter stetig zunimmt. Sollten die vorgeschlagenen Sicherheitsvorkehrungen umgesetzt werden, bräuchten sie eine rechtliche Verankerung im Landesverkehrsplan. Der Vorstoß der EVG folgt auf Jahre steigender Angriffszahlen – die Belegschaft verlangt nun konkrete Taten, um weitere Tragödien zu verhindern.