14 April 2026, 16:16

NDR kämpft um unzensierte Berichterstattung im Fall Julian Reichelt

Cartoon-Illustration einer Gerichtsszene mit dem Titel 'Boney's Trial, Sentence, and Dying Speech Europe's Injuries Revenged' mit einer zentralen stehenden Figur und einem Tisch mit Gegenständen auf der rechten Seite.

NDR kämpft um unzensierte Berichterstattung im Fall Julian Reichelt

Der Rechtsstreit um den ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt ist auch mehr als drei Jahre nach den ersten Vorwürfen noch immer nicht geklärt. Noch im Frühling 2026 werfen die Anschuldigungen, er habe Frauen zu sexuellen Beziehungen gedrängt, weiterhin Fragen auf. Nun kämpft der öffentlich-rechtliche Sender NDR darum, zensierte Passagen seiner Berichterstattung über den Fall wiederherzustellen.

Der Skandal begann 2022, als Der Spiegel über Reicheltes Verhalten berichtete. 2023 sendete die ARD in der Reihe Reschke Fernsehen eine Dokumentation, in der ihm vorgeworfen wurde, mehrere Frauen zu sexuellen Beziehungen genötigt zu haben. Reichelt wies die Vorwürfe zurück und erwirkte eine einstweilige Verfügung, wodurch zentrale Abschnitte der Sendung geschwärzt werden mussten. Die Dokumentation wurde daraufhin aus der ARD-Mediathek entfernt.

Der NDR unternimmt nun rechtliche Schritte, um die zensierten Inhalte wieder zugänglich zu machen. Der Sender plant, Zeugen zu laden, darunter eine Frau, die behauptet, Reichelt habe sie zu einer Beziehung gedrängt. Warum der NDR den Fall trotz des in Deutschland notorisch langsamen Justizsystems – besonders in Presserechtsstreitigkeiten – weiterverfolgt, hat der Sender nicht erklärt.

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Reichelt beteuert weiterhin seine Unschuld und stellt sich als Opfer einer politisch motivierten Kampagne dar. Gleichzeitig sollen mehrere Frauen, die sich während der internen Untersuchungen des Axel-Springer-Verlags zu Wort meldeten, berufliche Konsequenzen erlebt haben.

Der juristische Streit geht weiter, während der NDR darauf drängt, seinen vollständigen Bericht wiederherzustellen. Mit den erwarteten Zeugenaussagen könnten neue Details ans Licht kommen. Bis dahin bleibt der Ausgang des Falls – und die Wahrheit hinter den Vorwürfen – ungewiss.

Quelle